Manfred Hufsky (l.), Dritter Vorsitzender des CCL, hat einen tiefen Schluck genommen, umspült seinen Gaumen mit dem Ebblwei und entscheidet dann. Sitzungspräsident Thorsten Wszolek testet mit.
+
Manfred Hufsky (l.), Dritter Vorsitzender des CCL, hat einen tiefen Schluck genommen, umspült seinen Gaumen mit dem Ebblwei und entscheidet dann. Sitzungspräsident Thorsten Wszolek testet mit.

Ebbelwei-Experten

Im Zeichen des besten Stöffche

  • Judith Dietermann
    VonJudith Dietermann
    schließen

Die Sitzungen des Carneval Clubs Laternche haben Tradition – ebenso wie die dazugehörige Apfelweinprobe. Sieben verschiedene Stöffche gab es in diesem Jahr zu probieren. Die Wahl fiel schnell und eindeutig.

In Reih und Glied stehen die sieben Bembel auf dem massiven Holztisch. Markiert sind sie mit kleinen Schildchen – 8 6, 16/ 2 oder 10/ 9 prangt auf den grauen Krügen. Die Zahlen stehen für Tank und Keller der Kelterei Possmann, in dem die goldenen, trüben oder klaren Stöffche gelagert werden. Fast zwölf Tonnen Äpfel wurden im vergangenen Herbst verarbeitet, zehn Millionen Liter Ebbelwei schlummern seitdem in den dunklen Kellern der Kelterei.

Die Ehre bei den sieben Ebbelwei-Sitzungen des Carneval Clubs Laternche (CCL) ausgeschenkt zu werden, wird jedoch nur einem Stöffche zuteil. Die Entscheidung fällen die CCL-Mitglieder gemeinsam mit Frankfurter Apfelweinwirten. Wie Hans Emmert, Inhaber des Weinkellers „Fäßchen„ in Sachsenhausen, Mitbegründer des CCF-Elferrates und seit 50 Jahren bei den Ebbelwei-Sitzungen dabei. Er weiß, was der Ebbelwei mitbringen muss, um bei den Narren gut anzukommen.

„Es muss ein Schoppen sein, der die breite Masse anspricht. Es darf kein Speierling sein, zu säuerlich ist nicht gut“, sagt der Experte und greift zum Bembel mit der Nummer 18/ 9 – der letzte in der Reihe. Vorsichtig gießt er den Ebbelwei in sein Glas, langsam setzt er es an die Lippen und nimmt einen kleinen Schluck. Sein Blick lässt schnell erahnen: Dieser Ebbelwei schmeckt richtig gut. „Der kann es werden“, sagt er.

Königliche Meinung

Mit dieser Meinung ist Emmert nicht allein. Das Prinzenpaar Patrick I. und Angie I. haben den gleichen Favoriten. „Der ist nicht sauer oder bitter und hat eine weiche Note. Diesen Ebbelwei kann man auch pur trinken“, sind sich die königlichen Hoheiten einig. Für den privaten Genuss haben sie jedoch eine andere Wahl getroffen, der mit der Nummer 8/ 6. „Der ist sehr säuerlich, eignet sich aber gut, um gespritzt zu werden. So trinke ich meinen Apfelwein gerne“, sagt Patrick I.

Der Kreis der Favoriten wird enger, manche Bembel sind nach einer Viertelstunde immer noch fast voll, bei anderen müssen die letzten Tropfen mit Mühe herausgeschüttet werden. Geschäftsführer Peter Possmann hält sich derweil im Hintergrund, er hat seine Entscheidung längst getroffen. Der Bembel mit der Nummer 10/ 9 ist sein Liebling. Mit dieser Meinung ist er allein auf weiter Flur – das wird auch die Abstimmung per Handzeichen in wenigen Minuten zeigen. „Er hat eine schöne Säure, kann aber trotzdem gut pur getrunken werden und ist naturtrüb. Das ist ein richtig schöner Schoppen“, lässt er sich seinen Favoriten aber nicht streitig machen.

Klarer Favorit

Als alle Gläser verbraucht, die letzten Weine gekostet sind wird abgestimmt. Dabei wird schnell deutlich: Es kann nur einen geben. Mit 22 Stimmen gewinnt das Stöffche auf dem Fass 18 im Keller 9 und wird bei den Laternche-Sitzungen im Februar ausgeschenkt. Pur oder sauergespritzt – die süßgespritzte Variante ist bei den Laternche-Mitgliedern verpönt.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass der Schoppen gut ankommt. Einmal war es nämlich nicht so – der Ebbelwei schmeckte einfach nicht. Dem CCL blieb nur eine Möglichkeit – das Stöffche wurde nach vier Tagen ausgetauscht.

Am Montag, 13. Februar, findet mit dem „Elferrat der Wirte“ die erste Sitzung des CCF-Laternche statt. Die sechs weiteren Sitzungen folgen, abgeschlossen wird die Saison 2017 am Samstag, 25. Februar. Mehr Informationen gibt es im Internet unter .

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare