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Gibt es andernorts schon seit Jahren: Viele Kommunen bieten das Zahlen von Parkgebühren per Handy längst an. Nun soll Frankfurt nachziehen.

Parken

Frankfurt führt das "Handyparken"ein: Per App Gebühren minutengenau abrechnen

Nie ist das passende Kleingeld zur Hand, wenn ein Parkschein her muss. Und manchmal ist man doch länger als geplant unterwegs. Dann klemmt unterm Scheibenwischer schnell ein Knöllchen. In Frankfurt könnte all das bald einfacher werden. Die Stadt will das „Handyparken“ einführen.

Die Stadt Frankfurt will das Handyparken einführen. Als Handyparken werden mobile Dienste bezeichnet, die das Zahlen der Parkgebühr per Mobiltelefon ermöglichen. Autofahrer müssen also nicht mehr zum Parkautomaten laufen, sondern bezahlen über eine App auf ihrem Smartphone. Die Abrechnung erfolgt im Minutentakt. Bis zum Frühjahr will das Integrierte Verkehrs- und Mobilitätsmanagement der Region (IVM) einen Rahmenvertrag mit der „Smartparking“-Plattform schließen, sagte Geschäftsführerin Heike Mühlhans.

Unterdessen bereitet der Magistrat der Stadt eine entsprechende Vorlage vor. Über diese werden die Stadtverordneten und Vertreter der Ortsbeiräte demnächst beraten. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) rechnet damit, dass das Handyparken bis zur Sommerpause beschlossen sein wird. Überlegungen dazu gibt es in Frankfurt seit 2009. Nach seinem Amtsantritt 2016 hatte Oesterling angekündigt, das Handyparken einführen zu wollen.

Vorreiter in der Region

In der Region gibt es das Handyparken bereits in Bad Homburg, Wiesbaden und Hanau. Künftig sollen Offenbach, Darmstadt, Frankfurt und Hofheim dazukommen, sagte Heike Mühlhans. Die Städte schlössen sich dem „Regionalportal Handyparken“ des IVM an. Vorreiter beim Handyparken war Mainz im Jahr 2005.

Über die Plattform smartparking.de können sich Autofahrer bei einem oder mehreren Anbietern registrieren. Derzeit gibt es sieben Anbieter in mehr als 70 deutschen Städten.

Die städtische Verkehrspolizei kontrolliert das Handyparken, bei dem es keine Parkscheintickets gibt, über ein elektronisches Datenerfassungsgerät. Dieses gleicht das Kennzeichen mit den Informationen der Anbieter ab.

Ein Vorteil für die Autofahrer sei, dass sie nicht mehr zum Automaten laufen müssten, um die Parkzeit zu verlängern, sagte Oesterling. Das könnten sie, bis zum Erreichen der Höchstparkzeit, über die App erledigen.

Parken kostet derzeit in bewirtschafteten Zonen in der Innenstadt einen Euro für 20 Minuten beziehungsweise drei Euro für eine Stunde. Außerhalb der Innenstadt ist es günstiger, mit 50 Cent für 20 Minuten.

Preise vergleichen

Beim Handyparken sollten die Nutzer die Preise vergleichen. Diese variieren bei den verschiedenen Anbietern leicht. Auch nehmen die Anbieter eine Gebühr von wenigen Cent für ihre Dienstleistung. Die Parkgebühren führen die Unternehmen an die Stadt ab.

Im Jahr 2018 nahm die städtische Parkhausbetriebsgesellschaft, die im Auftrag der Stadt die Parkscheinautomaten betreibt, rund fünf Millionen Euro ein, sagte Oesterling. Er erhofft sich weiteren Nutzen für die Stadt. So würden erstmals genaue Datensätze erstellt, wie oft und wann welche Parkräume belegt seien. Das könnte Grundlage für weiteres politisches Handeln sein. Zugang zu den Daten habe die Stadt exklusiv, versichert der Verkehrsdezernent.

Angesichts der Debatte um die Fahrverbote in Frankfurt und ausstehender Gerichtsentscheide kündigte Oesterling weitere Entscheidungen an. Neben Busspuren, Park-and-ride-Plätzen und der Nachrüstung kommunaler Fahrzeuge zähle dazu die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung. Diese soll schrittweise erfolgen, zunächst in einem Ring um den Anlagenring. Auch soll das Bewohnerparken in weiteren Stadtteilen eingeführt werden.

von FLORIAN LECLERC

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