Frankfurt: Warten auf den Bildungscampus im Gallus
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Die Pläne für den Bildungscampus im Frankfurter Gallus ziehen sich weiterhin in die Länge (Symbolbild).

Ortsbeirat 1

Ärger im Gallus: Zeitplan für Bildungscampus ist noch immer offen

  • vonGernot Gottwals
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Im Ortsbeirat 1 wird harsche Kritik am Arbeitstempo des Frankfurter Bildungsdezernats geäußert. Für den Bildungscampus Gallus wird ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben.

Frankfurt – Der Rahmen ist gesteckt: Im ersten Quartal 2021 soll der Bildungscampus Gallus für die Paul-Hindemith-Schule mit gymnasialer Oberstufe, Stadtteilbibliothek und weiteren Kinder- und Jugendzentren beschlossen werden. Danach folgt der Architektenwettbewerb für das rund 140 Millionen Euro teure Projekt zwischen Frankenallee und Idsteiner Straße. Doch wann wird Frederik (4 Monate) vom Bildungscampus profitieren?

"Die Planungen und die Suche nach Ausweichquartieren während der Bauphase gehen zu langsam voran", findet seine Mutter Sara Steinhardt, die für die CDU im Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleutviertel, Europaviertel, Innenstadt) sitzt. Daher musste sich Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bei der Vorstellung des Konzepts in der jüngsten Sitzung auch einige Kritik zum Arbeitstempo ihres Dezernats anhören. "Mit sieben Einrichtungen von der Kita bis zum Abitur garantieren wir gleiche Bildungschancen für alle Kinder und öffnen den Campus für Gallus und Europaviertel", betonte sie.

Schon 2014 beschlossen

Der Beschluss für eine gymnasiale Oberstufe im Gallus war bereits im Frühjahr 2014 gefallen, nach der Planungsarbeit von 2017 bis 2018 bekamen alle beteiligten Bildungsträger nochmals Zeit, die Pläne zu überprüfen. Von da an gerechnet sollten bis zum Bau des Bildungscampus sieben bis acht Jahre vergehen - Frederik wäre dann bereits Grundschüler.

"Die Planungsphase 0 dauert nun schon einige Jahre. Und zu vielen anderen Anträgen des Ortsbeirats 1 auch deutlich vor Corona warten wir immer noch auf Antwort", klagte CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Weber.

"Zu den vielen Antworten des Magistrats, die immer noch ausstehen, gehören leider auch einige aus dem Bildungsdezernat", schloss sich Grünensprecher Andreas Laeuen den Beschwerden an - wobei er erwartungsgemäß auch Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) rügte. Er könne häufiger nachhaken. Die ältesten Vorlagen aus dem Ortsbeirat 1, zu denen noch Antworten ausstünden, stammten immerhin von April 2018.

Bildungsdezernentin Weber entschuldigte sich und verwies nicht nur auf die Notlage während der Corona-Pandemie, sondern auch auf die zeitaufwendigen Diskussionen mit der CDU wegen des Bildungspakts. Auf Michael Webers Nachfrage nach dem weiteren Zeitplan zum Bildungscampus wollte sie sich auf keine Prognose einlassen. Denn mit dem Architektenwettbewerb müssten auch die Planungsmittel in den Haushalt eingestellt und die Auslagerung der Bildungseinrichtungen organisiert werden. Doch für die meisten Einrichtungen dauere die Suche nach passenden Standorten noch an.

Maren Hullen von der Stabsstelle Pädagogische Grundsatzplanung berichtete von verschiedenen Arbeitsforen und Lernreisen in den Kindereinrichtungen, um weitere Perspektiven zu entwickeln. Nach sorgfältiger Abwägung habe man sich jetzt für ein Szenario mit geeigneter Nord-Süd-Verbindung entschieden. Außer dem Kinderzentrum 128 in der Schwalbacher Straße und dem Altbau der Hindemithschule sollen alle bisherigen Gebäude abgerissen werden,

Laeuen wollte wissen, ob der Ortsbeirat Juroren oder Experten ins Preisgericht entsenden kann. Dies sei üblich, so die Dezernentin, die weitere Zuständigkeit liege beim Dezernat für Bau und Immobilien. Weitere Anregungen könnten dann berücksichtigt werden. (Gernot Gottwals)

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