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Waffen, Drogen, Zigaretten: Schmuggler werden immer organisierter

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Von: Christoph Sahler

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Die Frankfurter Zollfahndung zieht in einer Presseerklärung ihre Jahresbilanz 2022. Vor allem mit versuchtem Kokain-Schmuggel hatten die Beamten zu kämpfen.

Frankfurt - Das Zollfahndungsamt Frankfurt hat für das Jahr 2022 Bilanz gezogen: Insgesamt rund 6,1 Tonnen verbotene Betäubungsmittel entzogen die Fahnder dem illegalen Markt und beschlagnahmten unter anderem mehr als 14,6 Millionen Stück unversteuerte, größtenteils gefälschte Zigaretten.

„Die zielgerichtete und erfolgreiche Bekämpfung der mittleren, schweren und organisierten Zollkriminalität steht im absoluten Fokus unseres Handelns. Die Frankfurter Zollfahnderinnen und Zollfahnder decken mit großem Einsatz und Herzblut Straftaten in unserem Zuständigkeitsbereich auf, verfolgen diese und betreiben zusätzlich Präventionsarbeit“, erklärte Cosima Schmidt, Leiterin des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main in einer Pressemitteilung vom Freitag, 26. Mai.

Zollfahndung Frankfurt: Auszüge aus der Jahresbilanz - Zahlen und Fakten aus 2022

Die Ermittlungen richteten sich in 2789 neu eingeleiteten Verfahren gegen 2934 Tatverdächtige (2021: 2537 / 2752). Insgesamt wurden 381 Durchsuchungen vollzogen, mehr als 141 mutmaßliche Tatbeteiligte festgenommen und 100 Haftbefehle vollstreckt.

„Auch wir beobachten, dass die Tatverdächtigen immer organisierter und konspirativer agieren: Die illegalen Geschäfte wickeln sie zunehmend über speziell verschlüsselte, vermeintlich sichere Kommunikationswege ab“, konstatierte die Leiterin des Zollfahndungsamtes. Der ermittelte Steuerschaden aus zuvor hinterzogenen Zoll- und Verbrauchsteuerstraftaten betrug rund 3,3 Millionen Euro.

Zollfahndung Frankfurt zieht Bilanz für 2022: Fünfmal mehr Kokain sichergestellt als im Vorjahr

Auch 2022 machten die Betäubungsmittelverfahren mit 74 Prozent den größten Teil der beim Zollfahndungsamt Frankfurt geführten Ermittlungen aus. Insgesamt wurden mehr als sechs Tonnen der berauschenden Substanzen in amtliche Verwahrung genommen.

120 Kilogramm Kokain, sichergestellt im Frachtbereich am Frankfurter Flughafen.
120 Kilogramm Kokain, sichergestellt im Frachtbereich am Frankfurter Flughafen. © ZFA Frankfurt am Main

Die sichergestellte Menge von hochreinem Kokain verfünffachte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 2159 Kilogramm. Dies sei im Wesentlichen auf mehrere umfangreiche Großsicherstellungen im Frachtbereich des Flughafen Frankfurt zurückzuführen. Im Zuge der Ermittlungen gegen unterschiedliche Täter wurden neun Verdächtige verhaftet und zum Teil bereits Freiheitsstrafen von 6,5 Jahren bis 9 Jahren und 9 Monaten ausgesprochen.

Zudem wurden rund 600 Kilo Kokain und rund 310 Kilo Opium ermittelt. Weitere beachtliche Steigerungen von jeweils 100 Prozent sind bei Marihuana auf 2069 Kilogramm und bei Haschisch auf 127 Kilogramm zu verzeichnen, während 2022 weniger synthetische Drogen wie Amphetamin oder Ecstasy sichergestellt wurden als im Vorjahr.

Zollfahndung Frankfurt zieht Bilanz für 2022: Waffen und Sprengstoff sichergestellt

Die unerlaubte Einfuhr und den unerlaubten Handel von illegalen Arzneimitteln, Dopingmitteln, illegalen Waffen, Produktfälschungen und geschützten Arten machen mit 424 Fällen zahlenmäßig den zweitgrößten Anteil der beim Zollfahndungsamt Frankfurt geführten Verfahren aus.

Allein 228 Stück scharfe Schusswaffen, 45 Kriegswaffen sowie 722 verbotene Waffen wurden aus dem Verkehr gezogen, weil deren Besitzer keine entsprechende Erlaubnis besaßen. Außerdem wurden rund fünf Kilo hochexplosiver Sprengstoff sowie rund 1680 Stück Pyrotechnik sichergestellt werden.

Das Hauptzollamt Frankfurt hat seine Jahresbilanz 2022 gezogen.
Das Hauptzollamt Frankfurt hat seine Jahresbilanz 2022 gezogen. © ZFA Frankfurt am Main

Durch die Beamten wurden rund 170.000 Tabletten (2021: mehr als 130.000 Stück) verschreibungspflichtiger oder nicht zugelassener Arzneimittel, rund 46.000 Tabletten Dopingmittel (2021: 90.213) und mehr als 8 Kilo Wirkstoffe in Pulverform in Verwahrung genommen.

Zollfahndung Frankfurt zieht Bilanz für 2022: Tabletten, Dopingmittel und Geldwäsche

In einem Verfahren wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Geldwäsche durch den mutmaßlichen illegalen Verkauf von nicht verkehrsfähigen 23 Tonnen Tabak ins europäische Ausland erwirkten die Beamten der Gemeinsamen Finanzermittlungsgruppe des Zollfahndungsamtes Frankfurt sowie des Landespolizeipräsidiums Saarland Vermögensarreste in Höhe von 1,4 Millionen Euro gegen die Tatverdächtigen.

Zudem wurden Vermögensgegenstände wie ein hochpreisiger Sportwagen, Warenbestände und Bargeld im Wert von 435.000 Euro abgeschöpft. (csa)

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