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Affen-Weibchen Mixi im Zoo in Frankfurt. Auch dort wäre eine Brandkatastrophe wie in Krefeld nicht auszuschließen.

Nach Brand in Krefeld

Affenhaus ohne Brandmelder: Zoo Frankfurt kann Katastrophe nicht ausschließen

Der Tod von mehr als 30 Tieren im Affenhaus im Krefelder Zoo an Silvester hat im Zoo Frankfurt Entsetzen und Trauer ausgelöst. Auch dort wäre ein solcher Brand möglich.

  • Im Zoo in Krefeld sind bei einem Brand im Affenhaus etliche Tiere gestorben
  • Der Zoo in Frankfurt reagiert geschockt auf die Ereignisse
  • Auch in Frankfurt wäre ein solcher Brand möglich
  • Frankfurt - "Wir können uns vorstellen, wie es den Kollegen jetzt geht. Wir sind in Gedanken bei ihnen und wünschen ihnen viel Kraft", sagt Zoo-Sprecherin Christine Kurrle auf Anfrage der Frankfurter Neuen Presse. "Das ist eine Katastrophe, eine Tragödie." 

    Solch verheerende Ereignisse könne man aber nie ganz ausschließen, schon gar nicht, wenn sie durch äußere Umstände ausgelöst werden. "Das gilt auch für unseren Zoo", sagte Kurrle. "Es wäre vermessen zu sagen, dass das hier nicht passieren könnte."

    Zoo Frankfurt: Brand ist ein unkalkulierbares Ereignis

    In der Silvesternacht war im Krefelder Zoo ein Brand im Affenhaus ausgebrochen. Bis auf zwei Schimpansen fielen alle Tiere dem Feuer zum Opfer. Ausgelöst wurde das Inferno offenbar durch Himmelslaternen. Das sind fliegende Papiertüten. Ein kleines Feuer im Inneren sorgt für einen Auftrieb wie bei einem Heißluftballon. Ursprünglich kommen die Lampions aus China. Dort werden sie zu besonderen Anlässen gezündet. Sie sollen Glück bringen und Wünsche erfüllen. 

    Das ausgebrannte Affenhaus im Krefelder Zoo.

    Allerdings sind sie auch gefährlich, wie der aktuelle Fall in Krefeld gezeigt hat, da die Laternen leicht brennen können. Nachdem es 2009 zu einem tragischen Unglück in der Nähe von Siegen kam, in dessen Folge ein zehn Jahre alter Junge starb, wurden die Papierlaternen in fast allen Bundesländern verboten - auch in Hessen. Kaufen kann man sie aber immer noch.

    "Ein Feuer ist immer ein unkalkulierbares Ereignis", sagt die Zoo-Sprecherin in Frankfurt. Die Innenstadtlage des Zoos sei gleichzeitig Risiko und Chance. Wegen der dichten Bebauung ringsum könnten zwar theoretisch explodierende Feuerwerkskörper auf dem Zoogelände landen. Es gebe gerade in der Silvesternacht zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr, ebenso aufmerksame Nachbarn. Aber natürlich könnte auch im Rest des Jahres jederzeit ein Feuer ausbrechen. "Es gibt viele denkbare Szenarien", so Christine Kurrle. Aber: "Alle unsere Anlagen entsprechen den aktuellen Brandschutzvorschriften. Sie werden regelmäßig geprüft und gewartet."

    Zoo Frankfurt: Notfallszenarien für Brand werden trainiert

    Im Krefelder Affenhaus waren keine Brandmelder installiert. "Das ist aber keine Nachlässigkeit. Das funktioniert einfach nicht", sagt Kurrle. Auch im Borgori-Wald, in dem auf 10.000 Quadratmetern die 29 Menschenaffen leben - Orang-Utans, Bonobos und Gorillas - gibt es ebenso wenig einen Brandmelder wie etwa im Giraffenhaus. "In diesen Häusern wird mit vielen Naturmaterialien gearbeitet. Dadurch entsteht viel Staub, der zu häufigen Fehlalarmen sorgen würde", so Kurrle. Im Grzimekhaus mit den Nachttieren und im Exotarium hingegen gebe es Brandmelder. "Es muss technisch Sinn machen", sagt Kurrle.

    Evakuierungs- und Notfallszenarien aller Art würden immer wieder trainiert. Zudem gebe es eine nächtliche Bewachung des Zoos sowie Mitarbeiter, die als Brandwachen ausgebildet seien. "Sie kennen alle neuralgischen Punkte im Zoo", erklärt Kurrle. So würden sie etwa darauf achten, dass das Rauchverbot in den acht Tierhäusern eingehalten werde und keine noch brennenden Zigaretten in den Mülleimern landen. "Stellen sie eine Rauchentwicklung fest, wissen sie, was zu tun ist."

    Der Frankfurter Zoo-Direktor Miguel Casares ist derzeit noch im Urlaub, stehe allerdings mit den Kollegen in Frankfurt und Krefeld in Verbindung. "Derzeit können wir aber nur unsere Solidarität bekunden", sagt Kurrle. Im Zoo Frankfurt Zoo leben auf elf Hektar 4235 Tiere von 463 Arten. 

    Julia Lorenz

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