Brauchen dringend ein neues Heim: Die Nashörner im Frankfurter Zoo.
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Brauchen dringend ein neues Heim: Die Nashörner im Frankfurter Zoo.

Zoo Frankfurt

Zoodirektor warnt: Ohne Investitionen keine Zukunft

Rund 100 Tage ist der neue Direktor Miguel Casares im Amt. Seine erste Bilanz fällt ernüchternd aus. Ohne Investitionen und neue Anlagen habe der Tierpark wenig Zukunft., warnte er jetzt im Kulturausschuss.

Miguel Casares, der Direktor des sagt es deutlich: „Die veralteten Anlagen im Zoo sind tickende Zeitbomben“. Und: „Es braucht mutige Investitionen, um einen der traditionsreichsten Zoos in Europa zu erhalten. Ein großer Name steht auf dem Spiel“, warnt der neue Zoodirektor.

Besuch bei Petra

Wie dramatisch die Situation tatsächlich ist, davon konnten sie die Mitglieder des Kulturausschusses vor ihrer Sitzung am Montag bei einem Rundgang selbst ein Bild machen. So führte sie Casares zum Beispiel zur Flusspferdanlage, wo aus Platzgründen Hippo Petra alleine leben muss. In seinen ersten 100 Tagen im Amt hat sich Miguel Casares den Zoo, den der Spanier schon seit den 90er Jahre kennt, genau angesehen. Er sei erschrocken gewesen, wie vieles sich seither nicht verändert habe, gab er zu Protokoll. Von den 25 Anlagen im Zoo seien mehr als die Hälfte über 50 Jahre alt. Den Rekord halte das Nashornhaus: „Die Anlage ist 145 Jahre alt.“ Als nächstes geplant sei aber die Erneuerung des Pinguinareals.

Casares stellte den Stadtverordneten seinen Aktionsplan vor. „Zookunft 2030“ heißt der Strategieplan, der in drei Phasen zu je fünf Jahren dem Zoo eine Zukunft geben soll. In einem ersten Schritt soll eine Konzeptstudie erstellt werden. Finanziert wird sie von der gemeinnützigen KfW-Stiftung. Im Anschluss folgt die Konsolidierungsphase, in der bis 2022 der Zoo in drei Abschnitten genau unter die Lupe genommen werden soll. Erst dann soll ein Masterplan erstellt werden. Es stelle sich auch die Frage, ob alle Tiere bleiben können. Denn nur, wenn sie „exzellent und nach heutigen Standards“ gehalten würden, lohne es sich, ihre Anlagen zu erneuern. Außerdem soll die Zusammenarbeit mit der Zoologischen Gesellschaft gestärkt werden, um deren weltweite Naturschutzarbeit zum Erhalt der Artenvielfalt zu unterstützen. Denn die Aufgabe der internationalen Zoogemeinschaft sei es ja gerade, den natürlichen Lebensraum der Tiere zu schützen.

Botschafter der Wildnis

„Der Zoo kann keine Arche Noah für alle bedrohten Tierarten werden. Die Tiere im Zoo sind die Botschafter ihrer Verwandten in der Wildnis.“ Das sei vielen Besuchern gar nicht klar und solle in der Zoo-Pädagogik deutlicher werden. Es gehe um Naturschutz.

Denn schließlich, stimmte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) zu, „ist der Zoo ja Bildungseinrichtung, zu der alle Zugang haben, auch die, die keine weiten Reisen in Naturschutzparks unternehmen können.“

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