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Zu Halloween haben sie Hochzeit

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Von: Stefanie Wehr

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Thomas und Angela Jung präsentieren die reichliche Kürbisernte, von der das meiste schon verkauft ist. Die orangefarbenen Kugeln werden den Gärtnereien auf dem Wochenmarkt derzeit förmlich aus den Händen gerissen.
Thomas und Angela Jung präsentieren die reichliche Kürbisernte, von der das meiste schon verkauft ist. Die orangefarbenen Kugeln werden den Gärtnereien auf dem Wochenmarkt derzeit förmlich aus den Händen gerissen. © Michael Faust

Kürbisse werden laut Gemüsegärtnerei Jung immer beliebter

Die rundlichen Hokkaidos gehen am besten weg, die beigefarbenen Butternut-Kürbisse kennen viele nicht. Die diesjährige Ernte ist abgeschlossen, pünktlich zu Halloween am nächsten Wochenende wird die Gemüsegärtnerei Jung wohl auch die letzten großen Kürbisse zum Aushöhlen und Gesichterschnitzen verkauft haben. Nur noch zwei Container Hokkaidos sind übrig und einige Kisten Butternut.

„Es ist unglaublich, wie beliebt Kürbisse sind im Vergleich zu früher“, sagt Gärtner Thomas Jung. Fast 600 Kisten à zehn Kilo hat die Oberräder Gärtnerei schon verkauft, im Großmarkt und auf den Wochenmärkten. Vor Jahren waren Kürbisse längst nicht der Renner, der sie heute sind - „Halloween hat sicher dazu beigetragen, aber auch der Einzug der kleineren Hokkaido-Kürbisse, die in der Küche einfacher zu handhaben sind“, meint Jung.

Gepflanzt wird nach den Eisheiligen

Sein Lieblingsrezept für das Herbstgemüse: „Einfach den Kürbis in kleine Stücke schneiden und mit etwas Öl, Kräutern und Salz im Ofen garen. Suppe finde ich auch lecker. Aber ich bin kein Koch, sondern Gärtner“, sagt er und lacht. Natürlich gibt es etliche Möglichkeiten, den Kürbis zu verarbeiten, etwa als Chutney, Marmelade oder Kürbiskuchen.

Die Kürbisse werden schon im März und April nach den Eisheiligen auf den Oberräder Feldern gesetzt. Bis sie groß werden, ist es Sommer. Und der hat den Pflanzen dieses Jahr enorm zugesetzt. „Normalerweise werfen die Blätter genug Schatten. Aber dieses Jahr war es zu heiß.

Zwei Mal die Woche mussten die Kürbispflanzen sechs Stunden lang bewässert und beregnet werden, „das war so viel Arbeit, die wir ohne Hilfe meines Vaters gar nicht geschafft hätten“, erzählt Thomas Jung. Noch dazu hat ihn selbst ein Bandscheibenvorfall geplagt. So übernahm der Senior die Aufsicht über die Bewässerung in den heißen Monaten.

Dank harter Arbeit ist die Kürbisernte auch dieses Jahr gelungen. „Wegen der Hitze waren sie zwei Wochen früher erntereif. Zudem sind die Kürbisse etwas kleiner geraten als sonst und nicht ganz so schön“, sagt Angela Jung und zeigt auf die weißen Stellen auf der Schale. Das heißt aber nicht, dass der Kürbis schlecht oder ungenießbar ist. „Doch die Leute wollen natürlich schöne Ware und kaufen auch nach optischen Kriterien ein“, stellt sie fest. Auf den Wochenmärkten in Bad Nauheim, Preungesheim und auf dem Oberräder Dalles am Samstag nehmen viele einen Hokkaido mit.

Die Gärtnerei Jung verkauft ihre Erzeugnisse vor allem auf dem Großmarkt. Eine Spezialität ist etwa der Spitzkohl. „Für den werden wir immer gelobt“, sagt Thomas Jung. Zudem produziert er zurzeit jede Menge Gemüse von Broccoli über Blumenkohl bis hin zu Lauch und Kohlrabi. Auf fünf Hektar Fläche zwischen Gräfendeichstraße und Bahndamm erstreckt sich das Anbaugebiet.

Früher, zu seines Vaters Willi Jungs Zeiten, wurde auf 20 Hektar angebaut, mit mehr Mitarbeitern und mehr Absatz in der Großmarkthalle. „Das wollte ich aber in dem großen Stil nicht weitermachen. Wir sind heute klein, aber gesund und verkaufen unsere Ware an wenige ausgewählte Händler und auf den Wochenmärkten.“

Was den Gemüsegärtnern dieses Jahr am meisten zu schaffen gemacht hat, war definitiv die Sommerhitze. Bei hohen Temperaturen muss das Gemüse viel mehr umsorgt werden, mehr bewässert und vor den Sonnenstrahlen geschützt werden. Außerdem ist die körperliche Arbeit viel anstrengender. Die Familie Jung macht darum in den Herbstferien erst einmal Urlaub. Die Stände auf den Wochenmärkten bleiben aber geöffnet, am Samstag wie gewohnt auf dem Oberräder Buchrainplatz. Stefanie Wehr

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