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Da die Polizei fünf Parkplätze nicht mehr benötigt, haben sich die Voraussetzungen für die Umgestaltung des Burglehens geändert. foto: Reinhardt

Fechenheim: Ortsbeirat tagt

Zu schnell zu den Akten gelegt

  • vonFriedrich Reinhardt
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Grüne wollen Neugestaltung am Burglehen nicht einfach aufgeben

Die Pläne für den Burglehen, ehemals Linneplatz, standen. Der 120 Quadratmeter große Spielplatz wäre etwa auf die doppelte Fläche angewachsen. Die zwei Linden sollten in den Spielplatz integriert werden. Die hohe Plakatwand, die den Platz von der Straße Alt-Fechenheim trennt, wäre durch Zäune ersetzt worden, die das Areal einsehbar machen. Im Rahmen des Landesförderprogramms "Aktive Kernbereiche" wäre das Projekt gefördert wurden. Die Finanzierung stand also.

Doch die Pläne stießen auf Kritik. So wollte man etwa nicht, dass Parkplätze verschwinden. Andere wollten die Plakatwand erhalten, weil sie Schutz vor Autoabgasen biete.

Das Stadtplanungsamt hat das Projekt daraufhin eingestellt. Für Thomas Dorn, der für die Grünen im Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) sitzt, ging das zu schnell. In einem Antrag macht er keinen Hehl daraus, dass er dafür ist, die Neugestaltung des Platzes zu realisieren. Es geht ihm aber nicht darum, dass seinen Vorstellungen entsprochen wird. Er kritisiert die Form, in der das Projekt beendet wurde.

Das Förderprogramm "Aktive Kernbereiche" zielt darauf, "das urbane Leben in den Zentren und Kernbereichen nachhaltig zu stärken und weiterzuentwickeln", formuliert es das Planungsdezernat in einem Bericht des Magistrats. Diese Weiterentwicklung sollte mit einer engen Beteiligung der Bürger umgesetzt werden. Dafür entstand das Gremium "Lokale Partnerschaft", ein Arbeitskreis aus Ortsbeiräten, der Kinderbeauftragten, Vertretern des Gewerbes und der Vereine, der die Vorhaben diskutiert und auch das Projekt am Burglehen diskutierte. Zudem gab es Ortsbesichtigungen mit Anwohnern und eine Bürgerversammlung im Oktober vergangenen Jahres, bei der das Stadtplanungsamt sein Konzept für den Linneplatz vorstellte.

Kein Beschluss der Lokalen Partnerschaft

Dorns Kritikpunkt ist, dass nicht das Gremium "Lokale Partnerschaft" das Ende des Projekts beschlossen hatte, sondern das Stadtplanungsamt. Obwohl Dorn Teil der "Lokalen Partnerschaft" ist, habe er erst durch den Bericht des Magistrats erfahren, dass das Projekt ad acta gelegt wurde. Er fordert daher, das Vorhaben "in mindestens einer weiteren Sitzung der Lokalen Partnerschaft mit dem Planungsamt erneut zu besprechen und wenn möglich zu bescheiden".

Das Stadtplanungsamt begründet den Projektabbruch mit einem Mangel an planerischen Alternativen. "Eine Anpassung oder Änderung der Planung am Burglehen in Bezug auf eine Verringerung der beabsichtigten Spielfläche, um die unmittelbar vor dem Spielbereich vorgelagerten Parkplätze zu erhalten, ist städtebaulich nicht zu vertreten", sagt Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats. "Des Weiteren ergibt sich aus der räumlichen Enge kein weiterer planerischer Spielraum."

Dorn hält dagegen und verweist darauf, dass sich die Bedingungen inzwischen geändert hätten. Die Polizeistation an der Pfortenstraße wurde zu einem Polizeiposten umgewandelt. "Statt zehn braucht die Polizei nur noch fünf Parkplätze", sagt Dorn. So stünden fünf Parkplätze mehr für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Damit wäre das Argument des Mangels an Parkplätzen, wofür das Konzept kritisiert wurde, entschärft. Ob das reicht, die Anwohner für das Konzept zu erwärmen? Dorn möchte darüber zumindest diskutieren.

Friedrich Reinhardt

Der Ortsbeirat 11 tagt

Die nächste Sitzung des Ortsbeirates 11 findet heute Abend ab 19.30 Uhr im Volkshaus Enkheim, Borsigallee 40, statt. Es gilt Maskenpflicht, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

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