Bernhard Ott verabreicht im neuen Impfzentrum in der Messehalle 1.2 einem Herren eine Boosterimpfung, also die dritte Corona-Schutzimpfung, die vor allem für ältere Menschen empfohlen wird.
+
Bernhard Ott verabreicht im neuen Impfzentrum in der Messehalle 1.2 einem Herren eine Boosterimpfung, also die dritte Corona-Schutzimpfung, die vor allem für ältere Menschen empfohlen wird.

Corona

Zu schwache Impfquote: Neun von zehn Corona-Patienten auf der Intensivstation haben keinen Schutz

  • Thomas J. Schmidt
    VonThomas J. Schmidt
    schließen

Auch in der Uniklinik Frankfurt zeigt sich, dass noch zu wenig gegen Corona geimpft wird. Dabei bekommt man vielerorts in der Stadt umstandslos den Piks.

Frankfurt - Gestern hat das neue Frankfurter Impfzentrum auf dem Messegelände seinen Dienst aufgenommen. Es ist eine ganze Nummer kleiner als sein Vorgänger, schließlich ist der Bedarf nicht mehr so groß wie noch vor einem halben Jahr. Mittlerweile sind mehr als 70 Prozent der Hessen vollständig geimpft - zumindest, wenn man die Kinder unter zwölf Jahren herausrechnet. Zählt man sie dazu, haben lediglich 62,5 Prozent der Hessen den vollständigen Impfschutz.

Dabei gibt es inzwischen an vielen Stellen die Möglichkeit der unkomplizierten Impfung. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Kfz-Innung holt nach einer ersten Aktion im August am 29. September noch einmal Impfärzte in die Landesfachschule des Kfz-Gewerbes, Heerstraße 149. Azubis, Meiserschüler, Mitarbeiter von Kfz-Betrieben, aber auch die Nachbarn haben an diesem Tag die Möglichkeit, sich von 9 bis 15 Uhr impfen zu lassen. "Wir sehnen uns nach einem normalen Leben zurück und wollen auch aktiv etwas tun", sagt Obermeister Thomas Holler.

Corona in Frankfurt: Lage auf den Intensivstationen angespannt

Derweil ist die Lage auf den Intensivstationen der Stadt angespannt, aber nicht ernst. Und mit Covid hat das auch nur am Rande zu tun: Der überwiegende Anteil der Patienten liegt wegen ganz anderer Erkrankungen auf der Intensivstation. Nur etwa jeder Zehnte (26 von insgesamt 238 Intensivpatienten) hat Covid.

Landesweit liegt die neu eingeführte Hospitalisierungsinzidenz bei 1,99. Das heißt: Lediglich zwei von 100.000 Einwohnern sind in den vergangenen sieben Tagen mit Corona neu ins Krankenhaus aufgenommen worden. Die Schwelle, ab der die Landesregierung eine Verschärfung der Maßnahmen beschließen kann, liegt bei einer Hospitalisierungsinzidenz von 8. Das entspräche, bezogen auf ganz Hessen, einer Krankenhaus-Einweisung von 200 Covid-Patienten in den vorangegangenen sieben Tagen. Eine weitere Verschärfung kann nach den neuen Regeln ab einer Inzidenz von 15 beziehungsweise ab 400 Krankenhauseinweisungen hessenweit angeordnet werden.

Uniklinik Frankfurt: 90 Prozent der Intensivpatienten nicht vollständig gegen Corona geimpft

Die Frankfurter Zahlen sind laut Robert-Koch-Institut folgende: Die Inzidenz der positiv getesteten Menschen in den vergangenen sieben Tagen lag gestern bei 107,7. Seit 28. August liegt diese Zahl in Frankfurt über 100, den bisherigen Höchstwert der vierten Welle erreichte sie am 11. September mit 162,4. Gestern waren 33 der 271 ans Divi-Intensivregister gemeldeten Betten frei. Das sind 12,2 Prozent. Die Zahl der freien Betten ändert sich wie alles andere fast täglich. Gestern haben Frankfurts Krankenhäuser erstmals seit 23. Juli wieder mehr als 270 Intensivbetten ans Divi-Register gemeldet. Dies hat jedoch nichts mit Corona zu tun - die Zahl von 26 Corona-Patienten hat sich in den vergangenen Tagen nicht geändert, und in der Vorwoche waren es mehr als 26.

Christoph Lunkenheimer, Sprecher der Uniklinik, berichtet: "Der Anteil der Patienten, die wegen Covid19 auf der Intensivstation behandelt werden, ist derzeit nicht so hoch wie in der zweiten oder dritten Welle." Allerdings sei die Zahl höher als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Die Auslastung der Intensivstationen am Uniklinikum ist Lunkenheimer zufolge aktuell insgesamt hoch. "In den letzten acht Wochen waren weit über 90 Prozent der Patienten, die wegen Covid19 auf unserer Intensivstation behandelt wurden, nicht vollständig geimpft", so Lunkenheimer. (Thomas J. Schmidt)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare