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Futter als Lockmittel: Unzählige Tauben sorgen für mächtig Dreck und Ärger

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Von: Stefanie Wehr

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Reichlich Futter liegt an der Station Schwarzwaldstraße auf dem Gehsteig und lockt natürlich Tauben an. FOTO: michael faust
Reichlich Futter liegt an der Station Schwarzwaldstraße auf dem Gehsteig und lockt natürlich Tauben an. © Michael Faust

Weil Unbekannte im Bereich einer Straßenbahnhaltestelle in Frankfurt immer wieder Futter auslegen, sammeln sich dort unzählige Tauben. Der Dreck ärgert Passanten massiv.

Frankfurt – An der Bruchfeldstraße auf Höhe der Straßenbahn-Haltestelle Schwarzwaldstraße sieht es dreckig aus. Taubenkot und festgetretenes Vogelfutter säumen den Straßenrand, die Haltestelle ist kein Ort, an dem man gern verweilt. Doch was kann man dagegen tun? Die Tiere kommen aus Gewohnheit dorthin, weil immer wieder jemand Futter auslegt.

Das ausgelegte Futter ist die Wurzel des Problems, erklärt die Stadtverwaltung Frankfurt jetzt in einer Stellungnahme an den Ortsbeirat, der um Abhilfe gebeten hatte - mit Verweis auf die Frankfurter Verordnung gegen das Taubenfüttern. Das ist im Stadtgebiet verboten und mit Bußgeldern belegt. Was viele Tierfreunde, die Mitleid mit den Vögeln haben, offensichtlich nicht davon abhält, sie regelmäßig zu füttern. Das Problem ist andernorts bekannt, an der Straßen- und S-Bahnhaltestelle Stresemannallee in Sachsenhausen.

Frankfurt: Stadtpolizei hat Auge auf illegale Taubenfütterer

An der Bruchfeldstraße seien bei der Stadt im vergangenen Jahr keine Beschwerden eingegangen, ist in der Stellungnahme zu lesen. Die Stadtpolizei werde aber nur aufgrund von Beschwerden tätig. Selbst dann sei es schwierig, dauerhaft ein Auge auf die Geschehnisse an den Örtlichkeiten zu werfen. "Eine lückenlose Überwachung ist nicht möglich, deshalb ist es umso wichtiger mitzuteilen, in welchem zeitlichen Rahmen die Verstöße begangen werden.

Bürger könnten ihre Beobachtungen jederzeit am Sicherheitstelefon unter Rufnummer 21 24 40 44 mitteilen. Um illegales Füttern einzudämmen, müssen aber Bedienstete der Stadtpolizei den Tätern die Tat nachweisen können. Sie müssten sie auf frischer Tat ertappen. Dies wiederum gestalte sich schwierig, so die Stadt.

In Frankfurt kommt es zu „lokal begrenzten, größeren Populationen der Tauben“

Die Stadt klärt auf: "Stadttauben zählen zu den wildlebenden Tieren, die sich in der Umwelt frei bewegen und versorgen können. Sie sind weder artenschutzrechtlich geschützt noch unterliegen sie dem Jagdrecht. Durch ihre Angepasstheit an urbane Umweltbedingungen kommt es in der Stadt zu lokal begrenzten, größeren Populationen der Tauben." Erst wenn ein Schwarm von mehr als zehn Tieren auf 100 Quadratmetern auftaucht, zählten sie jedoch als Schädlinge, und nur, wenn nachgewiesene Gründe der Arbeitssicherheit, des Gesundheits- oder Denkmalschutzes vorliegen.

Die Stadt bemühe sich, das Nisten "an relevanten Stellen" zu unterbinden. Betreute Taubenschläge seien eine gute Lösung für die Eindämmung. Deshalb werde der gemeinnützige Verein "Stadttaubenprojekt Frankfurt" unterstützt. Dort werde versucht, die Tiere an einen Taubenschlag zu binden, in welchem dann ihre Eier durch Gipseier ausgetauscht werden. Hierfür ist es jedoch notwendig, dass durch vorherige Vergrämungsmaßnahmen ausgeschlossen wird, dass die Vögel ihr Futter aus dem Taubenschlag beziehen und sich dann neben diesem weiter vermehren. (Stefanie Wehr)

Immer wieder gibt es in Frankfurt Ärger über Dreck und Müll an öffentlichen Plätzen.

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