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Nachdem Tribüne und Quotenhaus auf dem Rennbahngelände abgerissen sind, steht das Sarotti-Haus dort einsam.

DFB-Akademie

Die Zukunft des Sarotti-Häuschens bleibt ungewiss

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Diese Woche hätte entschieden werden sollen, ob das letzte Gebäude auf der einstigen Rennbahn, das „Sarotti-Häuschen“, geräumt werden muss. Doch ein Termin vor dem Amtsgericht platzte abermals.

Einsam und verlassen steht das „Sarotti-Häuschen“, ein kleiner weiß-grüner Holzpavillon, auf dem einstigen Gelände der Galopprennbahn in Niederrad – daran wird sich wohl auch so schnell noch nichts ändern. Wie es mit dem Häuschen weitergeht, ist weiterhin ungeklärt.

Der Rennklub-Vizepräsident Carl-Philipp Graf zu Solms-Wildenfels sagt, dass das „Sarotti-Häuschen“ seiner Familie gehört. In den 1980er-Jahren habe seine Großmutter den Holzpavillon vom Rennklub übertragen bekommen, dann habe ihn seine Mutter Alexa zu Solms-Wildenfels geerbt. Die 75-Jährige bewahrt dort Fotos, Pokale und andere Erinnerungsstücke an den Pferderennsport auf.

Nun hätte es am Dienstag eigentlich einen Termin am Amtsgericht geben sollen, wo entschieden werden sollte, wie es mit dem „Sarotti-Häuschen“ weitergeht, ob der Graf es räumen muss. Doch der Termin ist geplatzt. Zu Solms-Wildenfels hat eine Gegenklage eingereicht. Er will der Stadt verbieten lassen, zu behaupten, der Vertrag, mit dem seiner Familie das Häuschen übertragen wurde, sei getürkt. Jetzt muss geklärt werden, ob das Amtsgericht noch für den Fall zuständig ist oder doch eher das Landgericht.

Bei der Stadt reagiert man darauf nur noch mit Kopfschütteln. „Wir wurden aufgefordert, innerhalb einer Woche eine Stellungnahme zu dem Fall einzureichen“, sagt die Sprecherin von Baudezernent Jan Schneider (CDU), Barbara Brehler-Wald. Das habe man gemacht. „Darin haben wir das Gericht aufgefordert, den Fall abzugeben oder einen neuen Termin festzusetzen.“

Immerhin: Graf zu Solm-Wildenfels soll gegenüber dem Vorschlag Schneiders, das „Sarotti-Häuschen“ in dem geplanten Bürgerpark aufzustellen und eine Erinnerungsstätte für den Pferdesport daraus zu machen, nicht mehr allzu abgeneigt sein.

Indes muss die Stadt nun abermals das Gespräch mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) suchen. „Wir dachten eigentlich, wir könnten ihnen das Gelände zeitnah übergeben“, so Brehler-Wald. „Das ist jetzt erst einmal wieder hinfällig. Leider.“

Der DFB will auf dem riesigen Areal der einstigen Galopprennbahn eine 150 Millionen Euro teure Leistungsakademie bauen. Im Frühjahr 2021 soll sie eröffnen.

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