Elternvertreter, die, wie hier in der Wöhlerschule, auf Eigeninitiative Luftfilter angeschafft haben, fühlen sich trotz der nun möglichen allgemeinen Anschaffung von der Politik im Stich gelassen. FOTO: Leonhard Hamerski
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Elternvertreter, die, wie hier in der Wöhlerschule, auf Eigeninitiative Luftfilter angeschafft haben, fühlen sich trotz der nun möglichen allgemeinen Anschaffung von der Politik im Stich gelassen.

Corona

Zuschlag für Luftfilter an Frankfurter Schulen erteilt

Das monatelange Warten ist beendet: Der Zuschlag für die Ausstattung der Frankfurter Schulen mit Luftfiltern wurde erteilt. Doch die Bildungsdezernentin dämpft die Erwartungen.

Frankfurt -Die Ausschreibung für die Ausstattung der Frankfurter Schulen mit Luftfiltern ist beendet. Gestern wurde der Zuschlag erteilt. Das teilte am Montagabend Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) im Bildungsausschuss mit. "Ich bin zuversichtlich, dass wir damit alle Bildungsregionen abdecken können", so Weber.

Frankfurt hatte sechs Anbieter zur Auswahl

Insgesamt haben sich nach Angaben der Stadträtin 19 Anbieter an der europaweiten Ausschreibung beteiligt, 13 seien aus formalen Gründen ausgeschieden, sechs seien in die engere Auswahl gekommen. Die ausgeschiedenen Bewerber würden jetzt schriftlich benachrichtigt. "Sie haben dann zwei Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen", sagte Weber. Ist die Frist abgelaufen, könne der Auftrag vergeben und die Geräte bestellt werden. Wann genau die Luftfilter in den Schulen aufgestellt werden, konnte Weber nicht sagen. Sie war sich lediglich sicher: "Bis Weihnachten werden wir damit nicht fertig sein."

Zur Erinnerung: Alle Grundschulen und Räume der Jahrgänge 5 und 6 sollen mobile Luftreiniger bekommen. Dabei handelt es sich um 2500 Räume an 140 der 165 Frankfurter Schulen. Priorisiert werden Schulen in Containeranlagen ausgestattet. 23 Millionen Euro werden investiert.

Frankfurter Elternvertreter kritisieren mangelhafte Kommunikation

Elternvertretern, die den Bildungsausschuss aufgesucht hatten, dauert das städtische Vorgehen viel zu lange. Eine Elternvertreterin von der Willemerschule (Sachsenhausen) warf der Dezernentin mangelnde Kommunikation vor. "Uns wurden die Luftfilter bis Ende November zugesichert, aber nichts ist passiert", sagte sie. Jetzt hätten die Eltern Luftreiniger für 6000 Euro angemietet. Ein Vater von der Mühlbergschule (Sachsenhausen) sagte: "Wir fühlen uns im Stich gelassen."

Auch die Opposition äußerte Kritik. "Es ist eine Schande, dass Eltern selbst Luftfilter beschaffen müssen", sagte etwa die Stadtverordnete Sara Steinhardt (CDU) und mahnte an: "Es ist keine Zeit für politische Spielchen."

Weber indes wies darauf hin, dass das Wichtigste sei, dass "wir gesund bleiben und die Kinder weiter in die Schule gehen können". Dafür seien aber nicht Luftfilter entscheidend, sondern das Lüften der Räume. "Die Geräte sorgen für ein gutes Raumklima, aber sie reduzieren nicht die Ansteckungsgefahr. Das gelingt nur durch das Öffnen der Fenster, auch wenn man dann frieren muss."

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