+
Ex-Chefredakteur Rainer M. Gefeller und die Autoren Wolfgang Kaus und Udo Scheu (v. l.).

Frankfurter Buchmesse 2016

Tag Zwei: Feiern zwischen Büchern

Es ist der zweite Tag der Buchmesse. Und es geht rund an den Ständen. Fachgespräche stehen auf der Tagesordnung. Aber nicht nur, denn hier und da wird auch gefeiert. Und das nicht nur auf dem Messegelände.

Großer Bahnhof am Stand des Societätsverlags: „Es ist ein traditionelles Dankeschön an all unsere Autoren und Ideengeber bei der Buchmesse“, sagt Verlagsleiter René Heinen, der mehr als 150 Gäste begrüßt. „Sinn und Zweck des Ganzen ist die Kommunikation“, erklärt Heinen. Und so kommt es bei Häppchen, dem gemütlichen Beisammensein zu dem ein oder anderen Schwätzchen. Unter den Besuchern ist auch der Schriftsteller Udo Scheu, ehemaliger Leiter der Frankfurter Staatsanwaltschaft und früherer Präsident der Hessischen Landespolizei. Der arbeitet gerade an seinem siebten Krimi, der im Orchester-Milieu spielen und im Sommer erscheinen wird.

Auch Theatermann Wolfgang Kaus schaut vorbei. Und der ehemalige Chefredakteur dieser Zeitung, Rainer M. Gefeller, ist gekommen. Er hat mit Werner D’Inka, einem der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das Buch „Schöner trinken“ beim Verlagshaus veröffentlicht. Da passt es, dass Christine Bernhard vom Weingut Janson Bernhard zwei ihrer edlen Tropfen vorstellt.

In den 70er und 80er Jahren verbrachte Harold Faltermeyer viel Zeit in Frankfurt. „Ich kannte den Produzenten Frank Farian recht gut und war oft bei ihm“, erinnert sich der Komponist des legendären Liedes „Axel F“ aus dem Film „Beverly Hills Cop“ mit Eddy Murphy in der Hauptrolle. Den lernte Faltermayer übrigens nur einmal flüchtig kennen. Der 64-Jährige, der mit Künstlern wie Donna Summer, den Pet Shop Boys und Udo Jürgens zusammenarbeitete und das Synthesizer-Zeitalter der 70er und 80er Jahre prägte, präsentiert seine Memoiren „Grüß Gott, Hollywood“ zurzeit bei der Buchmesse. „Von Januar bis März haben wir hart daran gearbeitet“, so Faltermeyer. Und zwar in Bayern, dort, wohin er sich sonst zurückzieht, „um die Seele baumeln zu lassen – doch damit war vergangenen Winter nichts“. Zu intensiv war das Schaffen am Buch. Und Arbeit hat der sympathische Bayer, dem der ganze Ruhm überhaupt nicht zu Kopf gestiegen ist, genug. „Es war ein stressiges Jahr“, berichtet er. Zum einen, weil er „Oktoberfest – the Musical“ komponiert hat. Zum anderen, weil er einen „Composer’s Cut“ seiner Hits veröffentlichte. Alte Lieder im neuen Gewand. Faltermeyer sieht sich als „Wanderer zwischen den Welten“ – zwischen dem idyllischen Bayern und dem hektischen Los Angeles. „Ich mag beide – aber jedes zu seiner Zeit.“

„An einer großen Liebe, die endet, darf man nicht zugrunde gehen“, fasste Schauspielerin Erika Pluhar (77) eine Lebenserfahrung zusammen. Die einstige Ikone der Wiener Kunstszene, mehrfach „unsterblich verliebt“, unter anderem in André Heller, sieht ihr Alter gelassen. Ganz in Schwarz und mit roten Schuhen kam sie, unverkennbar ihr sympathisches Timbre. Ihr neues Buch „Gegenüber“ hat viel mit ihr zu tun, die Protagonistin ist etwa im gleichen Alter und übte einst den Beruf aus, der Erika Pluhar auch gefallen hätte, wie sie sagt: Cutterin beim Film.

Die Rentnerin freundet sich mit einer jungen Nachbarin an, „im Alter meiner Tochter, als sie starb“, so die Autorin. Auch die Westsahara, Geburtsland von Pluhars Enkel, spielt im Generationenbuch eine Rolle, „dort gibt es eine 2600 Kilometer lange Mauer, die man vom Weltall aus sieht – doch kaum einer kennt sie“. fai/es

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare