Kennen sich schon seit Studientagen gen: Wolfgang Runkel (rechts), Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Bergen-Enkheim, und Kirchenmusiker Alexander Keidel-Euler, der ein Lied zum bevorstehenden Kirchentag komponiert hat.
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Kennen sich schon seit Studientagen gen: Wolfgang Runkel (rechts), Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Bergen-Enkheim, und Kirchenmusiker Alexander Keidel-Euler, der ein Lied zum bevorstehenden Kirchentag komponiert hat.

Ökumene

Zwei Frankfurter schaffen es ins Liedbuch des Kirchentags

Große Ehre für zwei junge Leute aus dem Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim: Ihre Komposition steht nun im Liedbuch des Kirchentags.

Frankfurt. "Schaut hin!" lautet das Leitwort des 3. Ökumenischen Kirchentags (ÖKT), den ursprünglich in der Zeit vom 13. bis zum 16. Mai Christen aus ganz Deutschland an vielen Orten in Frankfurt feiern wollten. "Schaut hin - Wo werden alle satt", heißt denn auch das eigens für diesen Anlass komponierte Lied der beiden Bergen-Enkheimer Musiker Wolfgang Runkel, Kantor der evangelischen Gemeinde, und Alexander Keidel-Euler, Mitglied der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Kreuz. Beide kennen sich schon lange. "Wir haben an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt studiert, unter anderem mit dem Schwerpunkt Schulmusik", sagt Runkel.

Premiere war online zu hören

Gut 25 Mitwirkende haben zum Gelingen des Liedes beigetragen, das vor kurzem offiziell zum ersten Mal zu hören war. Online versteht sich. Doch wie ist gemeinsames Singen in den aktuellen Zeiten möglich? Mit den Mitteln der modernen Technik. Und darin hat Wolfgang Runkel im vergangenen Jahr viel Erfahrung sammeln können.

Er produziert seitdem für die evangelische Kirchengemeinde auch wöchentliche Podcasts mit Beiträgen der Gemeindepfarrer Kathrin Fuchs, Karola Wehmeier und Alfred Vaupel-Rathke sowie Gemeindemitgliedern. Sie alle bringen damit den Gottesdienst zu den Menschen nach Hause, die nicht in die Kirche kommen können. Bereits 60 dieser Podcasts sind seit den Anfängen von ihm realisiert worden.

Die Erfahrungen, die Runkel bisher im Umgang mit den technischen Möglichkeiten sammeln konnte, kamen nun auch dem gemeinschaftlichen Liedprojekt zugute. Die Sänger der Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde, zwei junge Solisten aus dem von Wolfgang Runkel initiierten Projekt-Jugendchor sowie Alexander Keidel-Euler haben ihre Parts vor kurzem einzeln eingesungen.

Was Technik alles möglich macht

Die verschiedenen Dateien hat Runkel zu einem großen Ganzen zusammengeführt.

Entstanden ist ein Lied, das dank der technischen Möglichkeiten klingt, als wäre es gemeinschaftlich in einem Tonstudio eingesungen worden. Runkel spielt die Datei über seinen Laptop ab - der Song erfüllt den Kirchenraum der evangelischen Laurentiuskirche in Bergen-Enkheim. "Schaut hin. Seht nach. Blickt durch. Mit offenen Augen", heißt es im Refrain.

Die Melodie des Liedes hatte Alexander Keidel-Euler bereits im Januar 2020 komponiert - zu einer Zeit, als noch niemand von Corona sprach. Damals beteiligte er sich an der Liederwerkstatt zum bevorstehenden ÖKT, die im bayerischen Hammelburg durchgeführt wurde. Ein Treffpunkt für Musiker und Texter von geistlicher Musik aus ganz Deutschland.

Viele der dort entstandenen neuen Songs sind in das Liederbuch zum ÖKT aufgenommen, darunter auch das von Alexander Keidel-Euler, Lehrer für Musik und Englisch. "Der Text wurde von Lothar Veit, einem Journalisten und Autor geschrieben, der auch bei der Liederwerkstatt mitgemacht hat." Dieser Text habe ihn angesprochen.

Lothar Veit, der aus Niedersachsen stammt, ist bekannt als Autor neuer geistlicher Lieder. Der Text zu dem Song "Schaut hin" sei eine Referenz an die "Speisung der 5000" nach dem Markus-Evangelium. Ein Text, der noch bei einem anderen Teilnehmer sehr gut angekommen sei, erzählt Keidel-Euler. "Bei Peter Hamburger, einem bekannten Kirchenmusiker", sagt er. Dieser sei ein Popstar unter den Kirchenmusikern. Sein Song sei sogar zum offiziellen Mottolied des bevorstehenden ÖKT ausgewählt worden. Alexander Keidel-Euler freut sich gerade deswegen umso mehr, dass seine Komposition trotz derselben Textgrundlage so gut ankam und sein Song ebenfalls ins offizielle Liederbuch aufgenommen wurde.

Und noch etwas wird durch das Projekt deutlich - der Gedanke der Ökumene funktioniert zwischen den beiden Gemeinden in Bergen-Enkheim bestens.

Wer sich das Lied des ökumenischen Gemeinschaftsprojekts anhören möchte, findet es im Internet unter dem Link: http://ekbe.de/kantorei/schaut_hin_(keidel).mp3

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