So sollte die Multifunktionsarena am Kaiserlei einmal aussehen. Jetzt ist nicht nur der Investor abhanden gekommen, auch die Spitzenvereine, die in der Halle spielen sollten, haben keine Lust mehr auf das Projekt.
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So sollte die Multifunktionsarena am Kaiserlei einmal aussehen. Jetzt ist nicht nur der Investor abhanden gekommen, auch die Spitzenvereine, die in der Halle spielen sollten, haben keine Lust mehr auf das Projekt.

Multifunktionsarena

Zwei Frankfurter Spitzenvereine wollen nicht an den Kaiserlei

  • vonSylvia Amanda Menzdorf
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Die Löwen Frankfurt und die United Volleys haben sich in einem Brandbrief gegen eine Multifunktionshalle am Kaiserlei ausgesprochen. Sie wollen künftig lieber in Flughafennähe spielen.

Frankfurt -Die Vereinsspitzen des Eishockey-Zweitligisten Löwen Frankfurt und der in der Bundesliga spielenden Volleyballmannschaft United Volleys haben am Wochenende einen Brandbrief an sämtliche Stadtverordnete geschickt. Darin fordern sie die politische Unterstützung der Mandatsträger für den Bau einer Multifunktionshalle am Flughafen. Die Idee einer Arena am Kaiserlei soll die Stadtpolitik ihrer Ansicht nach nicht weiterverfolgen.

Als Gründe benennen sie die überlange Planungsdauer für eine Halle am Kaiserlei, aber auch die als mangelhaft empfundene Kommunikation des Sportdezernenten Markus Frank (CDU).

Scheitern kostet die Stadt Frankfurt rund 800 000 Euro

Nach dem Scheitern eines fünf Jahre langen Ausschreibungsverfahrens für den Bau einer Sportarena am Kaiserlei, das die Stadt rund 800 000 Euro gekostet hat, will dort nun Gunnar Wöbke, geschäftsführender Gesellschafter des Basketball-Bundesligisten Fraport Skyliners, eine Halle bauen. Markus Frank macht sich dafür stark, Wöbke das Grundstück, das sich im Besitz einer Stiftung befindet, möglichst bald zu überlassen. Die SPD-Römerfraktion hatte sich kürzlich dagegen ausgesprochen.

Auch für eine Halle am Flughafen gibt es Ideen: Ein Investoren-Konsortium rund um die kanadische Katz-Group hat bereits weitreichende Planungen für ihr Arena-Projekt "The Dome" erarbeitet. Die Fraport AG hat für das in Frage kommende Grundstück an der Peripherie des Flughafengeländes Ende Dezember eine sogenannte Marktabfrage gestartet, um auch anderen Interessenten die Gelegenheit zu bieten, sich zu präsentieren. Die Frist dafür endet heute um Mitternacht.

Zwei von drei Teams wissen nur aus den Medien von Franks Plänen

Markus Frank hat sich "The Dome" gegenüber stets reserviert gezeigt. Er unterstützt die Kaiserlei-Halle, die er wiederholt gelobt hat, als "gute Lösung für unsere drei Home-Teams". Allerdings wissen zwei der drei "Home-Teams" offenbar nur aus den Medien von den Plänen. Vor allem aber: Sie wollen gar nicht am Kaiserlei spielen.

Jörg Krick, Gesellschafter der United Volleys, schreibt dazu an die Stadtverordneten: "Die United Volleys sind bis heute in keinerlei Aktivitäten am Kaiserlei von Herrn Markus Frank oder anderen Personen eingebunden worden, obwohl wir hierzu mehrmals angefragt haben. Die United Volleys haben nur vom Projekt "The Dome" ein schriftliches Angebot (Mai 2020) erhalten. Dieses attraktive Angebot ist ein Geschenk für den Volleyball-Sport in Frankfurt und unterstützt unsere Zukunftsvision, eines der Top-Teams in Europa zu werden. Mit dem Deutschen Volleyballverband wollen wir nach Bau der Arena die Weltmeisterschaft und andere internationale Veranstaltungen nach Frankfurt holen. Ohne dieses Projekt fehlen uns die Vision und Mittel für unsern Überlebenskampf."

Frankfurter Löwen: "Wir sind entsetzt und fassungslos"

Auch Stefan Krämer, geschäftsführender Gesellschafter der Löwen, findet klare Worte: "Seit mehr als 15 Jahren versucht die Stadt Frankfurt, eine Multifunktionshalle für Sport und Events zu realisieren. Wir haben uns immer sehr engagiert gezeigt und die Planungen unterstützt, da eine solche Arena für unsere Zukunft lebensnotwendig ist. In vielen Gesprächen haben wir darauf hingewiesen, dass die Zeit für die Errichtung einer neuen Heimspielstätte aus vielerlei Gründen sehr drängt. Das städtische Ausschreibungsverfahren am Kaiserlei wurde am 16. September 2020 erfolglos eingestellt... Umso überraschender, dass ausgerechnet und "rein zufällig" am Tag des Beendens der erfolglosen Ausschreibung am Kaiserlei die Fraport Skyliners ihre Idee für den Bau einer Multifunktionsarena auf eben jenem Grundstück präsentierten. Auch solle das Grundstück einfach mal so für weitere Planungen den Skyliners zur Verfügung gestellt werden..

.Wir, die Löwen Frankfurt und ihre vielen Fans, sind entsetzt und fassungslos über diese Vorgänge." Auch die Löwen haben bereits einen Vormietvertrag mit "The Dome" geschlossen. "Der ermöglicht uns eine finanziell sorgenfreie Zukunft und die Weiterentwicklung der Mannschaft in nationalen wie internationalen Wettbewerben", sagt Krämer. "Dem Sportdezernenten sind wir offenbar gleichgültig." An die Stadtverordneten appelliert er, das Interessensbekundungsverfahren der Fraport zu unterstützen. "Schließlich ist die Stadt an dem Unternehmen maßgeblich beteiligt."

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