+
Thomas Hoepker (r.) rückt seinen Kollegen und Freund Elliott Erwitt zumindest in Schwarz-Weiß mit ins Bild.

Zwei Legenden hinter der Kamera

In der früheren Diskothek „Monza“ werden nach dem Umbau leisere Töne angeschlagen. Satte tausend Quadratmeter bietet der neue Laden des Kameraherstellers Leica im Großen Hirschgraben, nur

In der früheren Diskothek „Monza“ werden nach dem Umbau leisere Töne angeschlagen. Satte tausend Quadratmeter bietet der neue Laden des Kameraherstellers Leica im Großen Hirschgraben, nur einen Steinwurf vom Goethe-Haus entfernt. Jetzt war Eröffnung, und frei nach dem Wort des Frankfurter Dichterfürsten – „Verziertes spricht der Menge zu“ – drängten sich auf drei Ebenen hunderte Partygäste vor Kult-Kameras und Bildern der New Yorker Fotografen-Legenden Thomas Höpker und Elliott Erwitt . Letzterer ließ sich entschuldigen, war aber als lebensgroßer Pappaufsteller mit dabei, der ihn keck in der Nase bohrend abbildete. Typisch für den 87-Jährigen, der den Schalk im Nacken hat. Berühmt sind seine verschmitzten Hunde-Porträts. „Hunde sind die freundlicheren Models“, hatte der Spaßvogel schon bei seinem letzten Besuch in Frankfurt vor drei Jahren gesagt. Thomas Höpker, der wie sein Kollege Mitglied der berühmten Fotoagentur Magnum ist, lobte die neue Adresse, „toll, was Leica hier auf die Beine gestellt hat.“ Der Hirschgraben vor der Tür erinnere ihn an Weimar, wo er viel fotografiert habe, auch im dortigen Goethe-Haus. „Schwer zu sagen, was Goethe selbst fotografiert hätte. Er betrachtete vieles mit Liebe, eine gute Voraussetzung“, so der 79-Jährige.

Apropos Liebe. Schauspieler und Börsen-Moderator Patrick Dewayne fällt dazu etwas ein: „Goethe hätte sicher mit der Leica alle Damen seines Herzens fotografiert. Er zeichnete auch, besaß ein Auge für die Dinge.“ Moderator Mick Knauff ging noch weiter: „Goethe wäre vielleicht der erste Aktfotograf gewesen, nicht pornografisch, aber er hätte die Damen hübsch arrangiert.“ Fürs neue Leica-Etablissement fanden die Promi-Gäste nur ein Wort: „Hammer!“

Dynelle Rhodes , Gründungsmitglied der „Weather Girls“ schwärmte vor allem für die Arbeiten des früheren „Stern“-Fotografen Höpker und zeigte ihre Lieblingsfoto von Ausnahme-Boxer Muhammad Ali aus dem Jahre 1966. „Leider habe ich ihn noch nicht persönlich getroffen“, bedauerte die Amerikanerin. Dafür würde auch sie das Fotografieren lernen. Die Ausstellung in der Leica Galerie ist bis zum 13. Februar zu sehen.

(fai)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare