Dagmar Wendler, Vorsitzende des Kulturvereins, macht sich dafür stark, dass der Brunnen saniert wird. Mit Bänken und zusätzlichen Bäumen soll Harheims zentraler Platz belebt werden. FOTO: Hamerski,
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Dagmar Wendler, Vorsitzende des Kulturvereins, macht sich dafür stark, dass der Brunnen saniert wird. Mit Bänken und zusätzlichen Bäumen soll Harheims zentraler Platz belebt werden.

Serie

Zwischen Internet und Heiligem Jakobus

  • VonNiklas Mag
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Die Jahresbilanz des Ortsbeirats HarheimIn einer Serie blicken wir zurück auf das Jahr in den 16 Ortsbeiräten - aus Sicht unserer Redakteure. Was war das Thema, das den Ortsbezirk in den vergangenen Monaten bewegt und beschäftigt hat? Heute ist der Ortsbeirat 14 (Harheim) dran.

Beschaulich an der Nidda und angrenzend an die Wetterau liegt Harheim als einer der nördlichsten Stadtteile der Mainmetropole da. Ein Dörfchen, das nicht ganz so verschlafen ist, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, denn der Ortsbeirat kämpfte auch im vergangenen Jahr für verschiedene Modernisierungen. Das Bürgeramt, das Bürgerhaus und natürlich der Alte Kirchplatz waren Dauerbrenner auf der Tagesordnung des Ortsbeirats 14. Kaum eine Sitzung verstrich, ohne mindestens eines der drei Themen zu behandeln.

Drei Orte, ein Wunsch

Was öffentlich nutzbares Internet angeht, waren sogar gleich alle drei Orte betroffen. Denn der Ortsbeirat entschied im Sommer, dass diese drei mit drahtlosen Internetzugängen ausgestattet werden sollen. Und das Gremium hatte damit Erfolg: So verwies die Stadt zwar darauf, dass auf dem Kirchplatz wie an allen anderen öffentlichen Stellen in Frankfurt, die Stadt selbst kein Internet zur Verfügung stellen werde - denn das machen nur kommerzielle Anbieter. Diese Vorgabe hat sich die Stadt selbst in der Vergangenheit gesetzt. Das Bürgerhaus wurde aber mittlerweile an die ABG Holding übergeben, welche im September mitteilte, das Gebäude mit einem Wlan-Hotspot zu versehen.

Im Bürgeramt könnte es zukünftig ebenfalls Wlan geben, der Magsitrat teilte im Spätsommer mit, man werde die Anregung des Ortsbeirats gerne aufgreifen und "im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen" umsetzen. Ganz eilig ist das aber wahrlich nicht, denn das Bürgeramt ist seit über einem Jahr geschlossen. Wegen der Pandemie hatte die Stadt die Außenstelle vorerst abgeschaltet, doch geht dem Ortsbeirat genau das gehörig auf die Nerven: "Gerade für ältere und eingeschränkt mobile Menschen sind kurze Wege, einfache Erreichbarkeit und Zugang zu den üblichen Leistungen der Bürgerämter sehr wichtig. Daher muss auch die Verwaltungsstelle Harheim wieder zu einem coronakonformen Normalbetrieb zurückkehren", forderte das Gremium nach einem Antrag der Grünen in der November-Sitzung 2021. Es sei absurd, bald ein renoviertes Bürgeramt in Harheim zu haben, dass nun aber permanent geschlossen ist, lautete der Konsens der Mitglieder. Es steht weiterhin in den Sternen, wie es hier weitergeht.

Kostspielige Sanierung

Das gilt genauso für den Alten Kirchplatz. Hier geht es seit einer gefühlten Ewigkeit regelmäßig zwei Schritte vorwärts und wieder einen zurück. Zuständigkeiten, Budgets, kreative Ideen seitens des Ortsbeirates - all das kollidierte ständig miteinander so dass die Sanierung im Nebel liegt. Angefangen am Jakobusbrunnen: Dieser funktioniert schon lange nicht mehr, weshalb der Ortsbeirat regelmäßig nachhakt. Die Stadt schiebt das Projekt dann jedes Mal auf, denn die Sanierung sei zu kostspielig . Verhärtete Fronten also, doch die Harheimer ärgern sich jedes Mal, wenn sie an dem stillen Brunnen vorbei gehen. Wie wichtig ihnen der Brunnen ist, zeigt das Engagement von Dagmar Wendler. Die Vorsitzende des Kulturvereins erklärte, dass ihr Verein 1100 Euro für die Instandsetzung dazugeben würde. Besserung ist in der Causa Brunnen aber weiterhin nicht wirklich in Sicht, wenn die Stadt Frankfurt den Harheimern in einer Stellungnahme im Herbst immerhin eine Sanierung in Aussicht stellte: "Aktuell ist das Kulturamt zusammen mit dem Amt für Bau und Immobilien daran, die Kosten für die Sanierung zu eruieren. Die Becken des Brunnens sind undicht." Im Zuge der Sanierung werde der Brunnen auch gereinigt. Wann bleibt offen.

Für den Kirchplatz an sich scheint sich das Blatt langsam zu wenden. Der Ortsbeirat konnte alle beteiligten Ämter in den letzten Wochen des vergangenen Jahres zu einem Ortstermin bewegen und wichtige Eckpunkte klären, wie Ortsvorsteher Frank Immel (CDU) in der letzten Sitzung des vergangenen Jahres verkündete. Eine mündliche Einigung ist sozusagen erzielt, nun muss ein offizieller Plan her. Die Wünsche sind vielfältig: So könnten künftig Beete angelegt werden. Die Metallbänke werden durch Holzbänke ausgetauscht und in L-Form angelegt, denn das fördert das Miteinander auf dem Platz. Die Grünen hatten einen entsprechenden Antrag mehrfach verschoben, die Idee dann aber beim entscheidenden Gespräch eingebracht. Zudem könnten zwei Spieltische mit jeweils zwei Stühlen positioniert werden.

Wenn es auch noch nicht viel Konkretes gibt, kann der Ortsbeirat den Ortstermin mit den Ämtern als großen Schritt in die richtige Richtung verbuchen. 2022 geht es nun weiter mit dem Kampf um die Sanierung. Zudem wird der Kirchplatz künftig ganz offiziell "Alter Harheimer Kirchplatz" heißen. Diese Entscheidung hatte der Ortsbeirat in der letzten Sitzung des vergangenen Jahres einstimmig gefällt. Niklas Mag

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