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Zwischen Praunheim und Steinbach: Hier entsteht Frankfurts neues Viertel

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Im Vordergrund die Felder, im Hintergrund die Skyline: Zwischen Steinbach und der Autobahn A 5 (Bildmitte) könnte ein neuer Stadtteil entstehen.
Im Vordergrund die Felder, im Hintergrund die Skyline: Zwischen Steinbach und der Autobahn A 5 (Bildmitte) könnte ein neuer Stadtteil entstehen. © Christian Christes

Als Reaktion auf den rasanten Einwohnerzuwachs wird ein neuer Stadtteil am nordwestlichen Stadtrand geplant. Auf beiden Seite der A5 könnten rund 10 000 Wohnungen entstehen. Innerhalb von 15 Jahren soll das Projekt umgesetzt werden.

Nein, ganz aufgeben will Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) seine Idee von der Bebauung des Pfingstberges im Norden der Stadt weiterhin nicht. Schließlich hätten Untersuchungen gezeigt, dass ein neuer Stadtteil dort durchaus machbar wäre. „Aber es gibt keine politischen Mehrheiten dafür“, bedauerte er. CDU und Grüne lehnen das Projekt nach wie vor ab.

Das heißt: Der Pfingstberg bleibt grün – zumindest bis zur nächsten Kommunalwahl, wie Bürgermeister Uwe Becker (CDU) betonte. Und auch der Heiligenstock an der Stadtgrenze zu Bad Vilbel, der ebenfalls für Wohnungsbau im Gespräch war, wird nicht bebaut. „Wir müssen nicht in den Grüngürtel eingreifen“, sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Dafür einigte sich die Koalition auf ein Gebiet an der Autobahn A 5. Ein rund 550 Hektar großes Gebiet zwischen Praunheim, der Nordweststadt und Steinbach soll entwickelt werden. Es ist fast doppelt so groß wie der Riedberg.

Städtische Grundstücke

190 Hektar sollen bebaut werden, der Rest entfällt auf Grünflächen. Wenn man die übliche Dichte zugrunde legt, könnten zwischen 8550 und 11 400 Wohnungen entstehen. Damit wäre Platz für etwa 20 000 neue Einwohner. Der ist nach Ansicht Feldmanns auch dringend nötig – schließlich soll Frankfurt bis 2030 um 100 000 auf dann 830 000 Einwohner wachsen. Für sie soll es in dem neuen Stadtteil bezahlbaren Wohnraum geben, verspricht Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Die Voraussetzungen dafür seien gut, denn 40 Prozent der Grundstücke gehörten der Stadt, andere seien im Eigentum stadtnaher Stiftungen. Grundstücksspekulation soll es aber ohnehin nicht geben. Denn die Stadt bereitet eine „Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ wie am Riedberg vor. Das heißt, die Grundstückspreise werden zu einem bestimmten Zeitpunkt eingefroren.

Wie die Bebauung genau aussehen wird, steht noch nicht fest. Das Stadtplanungsamt hat aber bereits verschiedene Varianten erstellt. Favorisiert wird derzeit das „Fingermotiv“ mit fünf verschiedenen Quartieren (siehe Grafik). Demnach könnten 3000 bis 4000 Wohnungen östlich der Autobahn und etwas mehr auf der anderen Seite entstehen. Es handle sich nicht um eine Trabantenstadt, sagte Josef. „Wir werden die Stadt weiterbauen.“ Ziel sei es, ein urbanes Quartier zu schaffen.

U-Bahn wird verlängert

Der Stadtteil ist nicht ohne Probleme. Das größte ist die Autobahn. Sie soll aber im Zuge des geplanten achtspurigen Ausbaus mit einem Lärmschutzwall abgeschirmt werden. Auch die Verkehrserschließung muss gelöst werden. Neben der Ortsumfahrung Praunheim soll es eine Umgehungsstraße von Oberursel-Weißkirchen südlich an Steinbach vorbei nach Eschborn geben. Außerdem soll die U 6 Richtung Steinbach verlängert werden. Die S-Bahn verläuft in der Nähe, außerdem soll die Regionaltangente West kommen. „Bevor das erste Haus entsteht, werden die Infrastruktur und die Schulen gebaut“, verspricht Josef.

Es gibt noch ein anderes Problem: Ein Teil des Gebiets ist Landschaftsschutzgebiet. „Möglicherweise brauchen wir Ausgleichsflächen“, sagte Josef. Die Steinbach-Aue werde aber in jedem Fall freigehalten.

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