1. September

Zwölf Bands spielen bei "Rock gegen Rechts" in Frankfurt

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Ein Bündnis von 80 Organisationen organisiert am 1. September ein großes Fest auf dem Opernplatz: „Rock gegen Rechts“ soll für Frieden und Solidarität werben.

Shantel und sein „Bucovina Club Orkestar“ sind die Stars bei „Rock gegen Rechts“ am 1. September, 12 bis 22 Uhr, auf dem Opernplatz. Bei der Vorstellung des Programm gestern, war der Frankfurter Musiker (50) dabei.

Es geht gegen Rechts – für Shantel ein Grund mitzumachen: „Antisemitismus gibt es in allen Gruppen und Gruppierungen der Gesellschaft. Mir wurde bei einer Bahnfahrt vom Flughafen in die Innenstadt neulich der Davidstern vom Hals gerissen.“ Er trage diese Kette manchmal als Schmuck. Rechtes Denken sei eine Bedrohung, das längst in die Mitte der Gesellschaft eingesickert sei. „Wir haben es mit einem intellektuellen Klimawandel zu tun“, sagte Shantel. „Das kosmopolitische Frankfurt ist in Gefahr, Europa ist in Gefahr.“ Auch deswegen seien Veranstaltungen wie Rock gegen Rechts nötig.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bekannte: „Was bei Rock gegen Rechts vorbereitet wurde, trifft meine persönliche Meinung und die der Stadtregierung: Gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit.“ Rock gegen Rechts sei mehr als ein Konzert: „Es ist eine politische Demonstration mit einem kulturellen Programm.“

Das Großereignis am 1. September, dem Weltfriedenstag, das ausschließlich aus Spenden der 80 Bündnispartner finanziert wird – die Stadt hat Feldmann zufolge einen fünfstelligen Betrag beigesteuert – hat Vorläufer. Ende der 1970er Jahre gab es das erste Konzert „Rock gegen Rechts“, und Feldmann erinnerte sich, dass er damals als Stadtschülersprecher einer der Organisatoren war. 1994, nach Solingen und Mölln, gab es ein zweites Konzert und jetzt, nachdem im vergangenen Jahr die AfD mit 12,6 Prozent der Zweitstimmen in den Bundestag eingezogen ist. Hauptorganisator des Festes ist der DGB-Regionalchef Philipp Jacks.

Neben Shantel treten Fee und Gastone auf, ebenso Sookee, die Revolte Tanzbein, Azzis mit Herz, Alex im Wunderland, Ethnotolia und Baby Shoo. Es gibt Auftritte von Frankfurter Schulbands (Ziehenschule, Riedberg-Gymnasium, Schillerschule).

In den Umbaupausen der Bühne werden Vertreter des Bündnisses sprechen, die das Konzert ermöglichen. Mit dabei sind die Bundestagsvizepräsidentinnen Claudia Roth (Grüne) und Petra Pau (Linke), OB Peter Feldmann und Schuldezernentin Sylvia Weber (beide SPD). Daneben sprechen Vertreter der Friedensbewegung und von Pro Asyl, von der Bildungsstätte Anne Frank, von Greenpeace und Medico International, um nur einige zu nennen.

„Wichtig ist aber, dass es ein Programm für die ganze Familie ist“, sagte Daniela Cappelluti, Geschäftsführerin der Kreis-Grünen. „Es gibt eine Kinderwiese, man kann Bogenschießen, es wird eine Kletterwand aufgebaut.“ Und natürlich gibt es ein breites Angebot an Speisen und Getränken.

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