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13 Monate altes Kind verdurstet: Mordprozess gegen Mutter

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Justitia
Ein Relief über dem Eingang zu einem Gericht stellt die Göttin Justitia mit verbundenen Augen dar. © Carsten Koall/dpa/Symbolbild

Weil ihr 13 Monate altes Kind verdurstete und verhungerte, steht eine 26 Jahre alte Frau aus Rüsselsheim wegen Mordes vor dem Darmstädter Landgericht. Zum Prozessauftakt am Donnerstag legte die Angeklagte in einer Erklärung, die ihr Verteidiger verlas, ein Geständnis ab. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Portugiesin ab Mitte Oktober 2021 in einem Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit war und ihren Sohn acht Tage nicht versorgte.

Darmstadt - Die Angeklagte ließ über ihren Verteidiger mitteilen, dass sie sich ihr Verhalten nicht erklären könne.

Sie habe ihren Sohn angezogen und gefüttert ins Bettchen gelegt. „Ich habe die Tür des Kinderzimmers geschlossen und war dann wie in einer anderen Welt“, las der Anwalt vor. Als die Angeklagte am 24. Oktober 2021 selbst den Rettungsdienst rief, habe das Kind Leichenflecke gehabt und sei schon länger tot gewesen, sagte eine Notärztin aus. In der nicht aufgeräumten Wohnung sei verschimmeltes Essen, aber auch Babynahrung gewesen.

Verwandte der Frau zeigten sich im Gericht erschüttert und schilderten, dass die Angeklagte eine fürsorgliche Mutter gewesen sei, die sich an die Ratschläge der Hebamme gehalten habe. Eine Cousine der Angeklagten sagte, dass es in der Familie seit vier Generationen Schizophreniefälle gebe. Sie sagte auch, dass die Angeklagte und ihre drei Geschwister vor 20 Jahren wegen elterlicher und sexueller Gewalt vom Jugendamt in Obhut genommen worden seien.

Der Prozess wird am 3. Juni fortgesetzt, bis zum 22. Juni sind vier Verhandlungstage angesetzt. dpa

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