Die Salzbachalbrücke in Wiesbaden.
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Die Salzbachalbrücke in Wiesbaden.

Wiesbaden

A66: Wie geht es weiter mit der Salzbachtalbrücke?

Seitdem die Salzbachtalbrücke der Autobahn 66 gesprengt und die Trümmer aufgeräumt wurden, läuft der Verkehr wieder etwas besser.

Wiesbaden - Auf der Autobahn 66 bei Wiesbaden klafft eine Lücke. Rund 300 Meter Fahrbahn fehlen der wichtigen Verbindung, die vom Rheingau in die Landeshauptstadt und weiter nach Frankfurt führt. Seitdem die havarierte Salzbachtalbrücke Anfang November gesprengt wurde, hat sich zwar einiges bewegt. Bis diese Lücke im Autobahnnetz des Rhein-Main-Gebiets geschlossen sein wird, dauert es aber noch mindestens bis 2023. Bis dahin muss deutlich mehr Verkehr durch die Stadt geleitet werden - die Geduldsprobe für viele Autofahrer dauert an.

Nicht nur Pendler und Ausflügler sind von den regelmäßigen Staus genervt, auch für die Wirtschaft ist der Ausfall der wichtigen Verkehrsverbindung spürbar. „Bis die Salzbachtalbrücke wieder in Betrieb gehen kann, bleiben die Beeinträchtigungen weiter groß und der wirtschaftliche Schaden summiert sich Tag für Tag weiter“, hatte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Wiesbaden, Christian Gastl, vor kurzem erklärt.

Wiesbaden: Verkehr rollt wieder durch das Salzbachtal

Seit kurzem rollt der Verkehr zumindest wieder durch das Wiesbadener Salzbachtal, das vor der Sprengung von der vierspurigen Autobahnbrücke überspannt wurde. Nachdem der Schutt beiseite geräumt worden war, waren die Bundesstraße 263 und die Gleise zum Wiesbadener Hauptbahnhof vor Weihnachten freigegeben worden.

Rund ein halbes Jahr zuvor war im Sommer das Lager eines Pfeilers des südlichen Brückenteils eingebrochen. Der Überbau senkte sich, Betonteile fielen auf die darunterliegende B263. Noch am gleichen Tag wurde die Salzbachtalbrücke aus Sicherheitsgründen gesperrt und schließlich am 6. November gesprengt.

Dass bei der Havarie keine Menschen zu Schaden kamen, ist vermutlich auch der Umsicht dreier junger Männer zu verdanken, die am 18. Juni die herabfallenden Brocken an der Brücke bemerkt und bei der Polizei gemeldet hatten. Für ihr Handeln erhielten Wulf Goretzky, Alexander Kyziutkin und Daniel Schuth Mitte November aus den Händen den Innenministers Peter Beuth (CDU) die hessische Rettungsmedaille.

„Die geistesgegenwärtige, verantwortungsbewusste und vorbildliche Reaktion der drei Herren, die die drohende Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer sofort erkannt und den Notruf gewählt haben, hat ein mögliches Unglück an der Salzbachtalbrücke verhindert“, erklärte der Minister.

Salzbachtalbrücke: Arbeiten für das neue Bauwerk stehen im Mittelpunkt

Auf der Baustelle stehen nun die Arbeiten für das neue Bauwerk im Mittelpunkt. Dafür müssen als nächstes unter anderem mehrere Fundamente für Pfähle errichtet werden, außerdem werden Flächen nach möglichen Weltkriegsbomben im Boden abgesucht, wie die Autobahn GmbH des Bundes mitteilte. Zunächst soll die Südbrücke neu gebaut werden, dann die Nordbrücke.

Konkrete Angaben, wann der Verkehr wieder über das Tal rollen kann, wollen die Verantwortlichen zum Ende des ersten Quartals 2022 machen. Derzeit würden alle kürzlich eingereichten Bauablaufpläne inklusive möglicher Beschleunigungen intensiv geprüft, erläuterte die Autobahn GmbH. „Sobald uns alle erforderlichen Zustimmungen vorliegen, können verbindliche Vereinbarungen zwischen den Vertragspartnern geschlossen werden.“

Salzbachtalbrücke hat Einfluss auf Verkehrsfreigabe der Schiersteiner Brücke

Wegen der Havarie der Salzbachtalbrücke verzögert sich auch die Verkehrsfreigabe für den östlichen Teil der nahe gelegenen Schiersteiner Brücke der Autobahn 643, einer Hauptverbindung zwischen Wiesbaden und Mainz. Wichtige Vorarbeiten für die Freigabe seien wegen der Vollsperrung der A66 nicht möglich gewesen, da der Abschnitt eine wichtige Umleitungsstrecke ist, erklärte die Autobahn GmbH.

Da nun die Bahnlinie und Bundesstraße am Salzbachtal wieder freigegeben sind, könnten die Bauarbeiten bei geeigneter Witterung starten „und der gesamte Ausbau zwischen Schiersteiner Brücke und Autobahnkreuz Schierstein in die nächste Bauphase treten“. Die Verkehrsfreigabe für den östlichen Neubau der Schiersteiner Brücke sei nun ebenfalls für 2023 geplant. (dpa)

Tausende Pendler in der Rhein-Main-Region atmen auf. Nach einem halben Jahr kehrte am Mittwoch (22.12.2021) der Hauptbahnhof Wiesbaden ans Streckennetz zurück.

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