AKW Biblis
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Das stillgelegte Kernkraftwerk Biblis in Südhessen.

„Abbaufabrik“ im AKW Biblis soll Mitte 2022 fertig sein

Im stillgelegten Kernkraftwerk Biblis wird weiter an der Infrastruktur zum Abbau der AKW-Abfälle gearbeitet. Die Behandlung der abgebauten Materialien soll in Block A des Kraftwerks stattfinden, teilte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion in Hessen mit. Dazu würden nicht mehr benötigte Komponenten abgebaut und in den frei gewordenen Bereichen Behandlungseinrichtungen wie Sägen, Strahlanlagen und Dekontaminationseinrichtungen installiert.

Biblis/Wiesbaden - Die Errichtung dieser „Abbaufabrik“ soll Mitte 2022 abgeschlossen werden.

Außer diesen Maßnahmen zur Schaffung der Abbau-Infrastruktur sei in Block A des Kernkraftwerks die Hauptkühlmittelleitung demontiert worden, erklärte Hinz. Der Dampferzeuger sei teilweise abgebaut. In Block B sei die Hauptkühlmittelleitung zum großen Teil abgebaut worden.

Beim Abbau des Kernkraftwerkes Biblis fallen nach Angaben der Umweltministerin Abfälle an, deren Radioaktivität so gering ist, dass sie entsprechend den Vorgaben der Strahlenschutzverordnung spezifisch freigegeben und nach den Regelungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes wie regulärer Abfall auf einer Deponie entsorgt werden können.

Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) betonte dagegen sein Ziel, die Freigabe von radioaktiven Materialien aus dem Abriss von Atomkraftwerken zu verhindern. Diese sollten geordnet und sicher gelagert werden. Bei einer Zuführung auf normale Deponien laufe man ansonsten Gefahr, dass die Radioaktivität wieder freigesetzt werde.

Nach dem Atomausstieg Deutschlands im Zuge der Fukushima-Katastrophe im Jahr 2011 wurde kurz danach auch das Kraftwerk Biblis stillgelegt. Seit 2017 wird das AKW in Südhessen zurückgebaut. Block A des Kraftwerk Biblis ist nach Angaben des hessischen Umweltministeriums seit November 2016 und Block B seit Juni 2019 kernbrennstofffrei.

Der Energieversorger RWE, der Biblis-Betreiber, plane den Rückbau mit der Entlassung aus dem Atomgesetz bis Ende 2032 abzuschließen. Dies umfasse nicht den Abriss der Gebäude, teilte die Grünen-Politikerin mit. Dieser soll, sofern keine Nachnutzung erfolge, anschließend nach konventionellem Baurecht erfolgen. dpa

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