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Absatz von Äpfeln stagniert in Hessen trotz guter Ernte

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Apfelernte
Äpfel der Sorte "Sunrise" liegen in einer Kiste. © Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die hessische Apfelernte fällt in diesem Jahr gut aus, aber die Apfelbauern finden nicht genug Abnehmer. Der Hitzesommer hat zwar einigen Sorten Schwierigkeiten bereitet, wie der Hessische Bauernverband mitteilte. Die Sonne habe aber zugleich dem Geschmack gutgetan. Trotzdem stagniert der Absatz - bei gestiegenen Produktionskosten, wie der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) bemängelte.

Kassel - Insgesamt seien zwei Drittel der diesjährigen Apfelernte bereits abgeschlossen, teilte der Hessische Bauernverband mit. Der Rest folge in den nächsten zwei bis drei Wochen. „Die Apfelernte läuft bisher gut und besser als gedacht“, sagte Marie-Claire von Spee, die Sprecherin des Bauernverbands. „Es wird insgesamt mit einer mittleren bis guten Ernte gerechnet, teilweise zeigen sich je nach Standort Unterschiede im Ertrag.“

Die früheren Sorten und insbesondere jüngere Bäume hätten die lange Hitzeperiode im Sommer nicht gut vertragen. Es gebe viele kleine Früchte. Bei einigen Äpfeln sei es zu Sonnenbrand und Stippe-Symptomen gekommen. Das sind kleine, braune, trockene Flecken auf der Schale.

Durch den Regen im September seien nach der starken Hitze viele Früchte geplatzt. Die kühleren Temperaturen und der Regen hätten den Früchten danach aber gutgetan. „In diesem Jahr überzeugen die Äpfel durch die viele Sonneneinstrahlung mit einer sehr guten geschmacklichen Qualität, hohem Fruchtzuckergehalt und Süße“, sagte die Sprecherin.

Im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis ist die Ernte noch im Gange, wie der Landesbetrieb Landwirtschaft berichtete: „Die Bäume hängen voll.“ In Südhessen wurden bereits die meisten Äpfel geerntet. Die Ausbeute ist laut LLH gut, jedoch nicht überdurchschnittlich.

„Trotz der guten Ernte bietet der Lebensmitteleinzelhandel fast ausschließlich importiertes Obst an“, kritisierte Agata Stawinoga von der Fachinformation Gartenbau beim LLH. Obwohl sich gestiegene Energiekosten für Transport und Kühlung in den Preisen zeigten, seien importierte Äpfel wegen geringer Lohnkosten weiterhin günstiger als heimische Äpfel. „Sie landen daher vorrangig in den Regalen und im Einkaufskorb.“

Ein weiteres Problem ist laut Landesbetrieb Landwirtschaft, dass die Produktionskosten für die Apfelbauern steigen, der Preis am Großmarkt aber gleich bleibt. Auch der Absatz in der Direktvermarktung stagniere auf einem eher niedrigen Niveau, erklärte Obstbauberater Marcel Trapp vom LLH. In der Folge blieben die Obstbauern auf ihren Äpfeln sitzen. Nicht zu vermarktende Äpfel werden entweder an Safthersteller verkauft oder eingelagert. dpa

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