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Amphibienwanderung gerät wegen frostiger Nächte ins Stocken

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Kröte
Eine Kröte geht über einen Weg in Frankfurt. © Silas Stein/dpa/Symbolbild

Die Amphibienwanderungen in Hessen sind diesen Frühling ins Stocken geraten. Grund seien die frostigen Nächte, denn die Tiere sind erst ab etwa fünf Grad plus unterwegs, erklärt Michael Jünemann vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Gießen. Zusätzlich mache den Lurchen die Trockenheit zu schaffen. Insgesamt litten die Amphibien und ihr Laichgeschäft schon seit längerer Zeit massiv unter den Folgen des Klimawandels und mangelnder Lebensräume.

Gießen - Normalerweise sei das Hochzeitsgeschäft etwa von Erdkröte oder Grasfrosch in fünf bis zehn Tagen erledigt gewesen, erläutert Jünemann. „Das funktioniert nicht mehr.“ Schon seit einiger Zeit beobachten die Experten, dass die Tiere als Folge der Klimaveränderungen nicht mehr alle gleichzeitig, sondern über einen längeren Zeitraum und in eher kleinen Gruppen wanderten. Das berge hohe Risiken, denn die Massenwanderung biete für das Individuum einen guten Schutz etwa vor Beutegreifern.

Wegen des insgesamt dramatischen Rückgangs der Amphibienbestände kämen in Hessen inzwischen bei den Froschlurchen nur noch die Erdkröten flächendeckend vor. Der Grasfrosch, in Hessen einst ebenso allgemein verbreitet, leidet aktuell unter starken Bestandsrückgängen. Von andere Arten wie etwa Gelbbauchunke, Kammmolch oder Geburtshelferkröte gibt es nur noch Inselvorkommen.

Bei den Amphibien nehme aber auch die Zahl der Individuen derzeit massiv ab, sagte Jünemann. Dafür gebe es komplexe Ursachen, darunter der historische Verlust von Auen- und Feuchtgebieten. Dies verstärke die negativen Auswirkungen der zurückliegenden Dürrejahre enorm. Viele Arten seien auf temporäre Gewässer angewiesen, die aber kaum noch vorkämen. dpa

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