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Ein wegen Gesichtsverstümmelung angeklagter 20-jähriger Mann (l) unterhält sich am 15.05.2017 im Landgericht von Hanau (Hessen) mit seinem Anwalt Ulrich Will. (zu dpa "Auftakt im Prozess um Gesichtsverstümmelung" vom 15.05.2017) Foto: Jörn Perske/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Prozess in Hanau

Angeklagter schweigt im Prozess um Gesichtsverstümmelung

Die grausame Gesichtsverstümmelung, die vom (heutigen) Montag (9.30 Uhr) an am Landgericht Hanau verhandelt wird, erstaunt selbst langjährige Experten.

Im Prozess um eine brutale Gesichtsverstümmelung hat der Angeklagte zum Auftakt vor dem Landgericht Hanau geschwiegen. Der heute 20-Jährige wolle keine Angaben zu den Vorwürfen machen, sagte sein Anwalt am Montag. Der wegen versuchten Mordes angeklagte Mann soll bei einem Streit im Oktober 2016 seinem damals 18-jährigen Opfer mit zwei Messern in den Hals gestochen haben. Dann biss er ihm laut Anklage beide Ohrmuscheln ab, schnitt ihm mit einem Messer beide Augenlider ab und stach mit einem Kugelschreiber in beide Augäpfel. Der Geschädigte ist seitdem blind und für sein Leben gezeichnet.

Beide Männer sind Flüchtlinge und kannten sich aus einer Flüchtlingseinrichtung in Bad Soden-Salmünster. Zuletzt wohnten sie beide in Wohnungen in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) und waren miteinander befreundet. In der Wohnung des Opfers ereignete sich die Tat im Oktober 2016. Der mutmaßliche Täter wurde dort festgenommen.

Das Oper erschien zum Prozess-Auftakt nicht. Der Mann ist aus einer Sehbehinderten-Einrichtung nahe Würzburg verschwunden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es um eine Geldschuld von 50 Euro ging. Die Vorsitzende Richterin Susanne Wetzel vermutet indes, dass es um mehr als Geld gegangen sein muss. "Das ist eine ausgesprochen brutale und bizarre Tat", sagte sie.

(dpa)

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