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Angeklagter soll einen Zeugen brutal ermordet haben

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Justitia
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Anfang vergangenen Jahres soll er eine Frau schwer verletzt haben, acht Monate später tötete er laut Anklage einen Zeugen dieser Tat auf brutale Weise. Nun hat der Prozess gegen den 35-Jährigen begonnen.

Limburg - Am Limburger Landgericht hat am Donnerstag der Prozess gegen einen Mann begonnen, der einen Zeugen unter anderem mit einer elektrischen Heckenschere ermordet haben soll. Das Opfer war der Anklage zufolge Hauptbelastungszeuge in einem Ermittlungsverfahren gegen den 35 Jahre alten Deutschen wegen gefährlicher Körperverletzung.

Der Angeklagte soll im vergangenen Herbst in die Wohnung des Zeugen in Hadamar eingedrungen sein und ihn etwa zehn Minuten lang unter anderem an Kopf und Oberkörper mit der Heckenschere und einem Messer sowie mit Schlägen traktiert haben. Der Mann, der auf einen Rollator angewiesen war, verblutete der Anklage zufolge auf seinem Küchenboden. Der mutmaßliche Täter wurde kurz darauf festgenommen, er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwältin las aus der Anklage mehrere Minuten lang die vielen Verletzungen etwa im Gesicht des Opfers vor. Der vorbestrafte Angeklagte, der den Angaben nach zur Tatzeit obdachlos und auf der Flucht vor den Ermittlungsbehörden wegen eines Haftbefehls war, hörte ihr äußerlich unbewegt zu. Er selbst machte keine Angaben zu den Vorwürfen.

Gegenüber einer Psychiaterin hatte er sich vor dem Prozess auf Notwehr berufen. Der Angeklagte habe ihr gesagt, er sei in die Wohnung gegangen, um das ihm schon lange bekannte Opfer wegen dessen früherer Beleidigungen zur Rede zu stellen, sagte die Sachverständige vor Gericht. Der Bewohner habe ihn mit einem Messer angegriffen, er habe sich gewehrt, sei seine weitere Schilderung gewesen. Die Heckenschere habe in der Küche gelegen.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft geht das Motiv für die Tötung auf eine Tat im Januar 2021 zurück. Der heute 35-Jährige soll damals in einer Wohnung in Dornburg (Kreis Limburg-Weilburg) eine Frau schwer am Kopf verletzt haben. Im Juni sagte das spätere Opfer bei der Polizei als Zeuge gegen ihn aus. Darüber sei der Angeklagte sehr erbost gewesen, sagte die Staatsanwältin. Er habe zunächst mehrfach vergeblich versucht, ihn in dessen Wohnung zur Rede zu stellen. Der Mann habe ihm aber den Zutritt verweigert.

Am Abend des Tattages sei er in dessen Wohnung eingedrungen, um den Mann zu bestrafen und zum Schweigen zu bringen, hieß es von der Staatsanwältin. Der Angeklagte soll mit über zwei Promille stark alkoholisiert gewesen sein. Außerdem habe er unter Drogen gestanden. Laut Anklage schlug der 35-Jährige ein Fenster ein und ging im Bad und in der Küche auf sein Opfer los. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm grausamen Mord aus niedrigen Beweggründen und zur Verdeckung einer anderen Straftat vor.

Die Schwurgerichtskammer hat bis Ende April insgesamt neun Verhandlungstage eingeplant. In dem Prozess wird dem Mann auch die gefährliche Körperverletzung in Dornburg vorgeworfen. dpa

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