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Angriff auf Polizistin mit Säbel: Prozess gestartet

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Weil sie eine Polizeibeamtin mit einem Säbel angegriffen haben soll, muss sich eine 40-jährige Frau seit Donnerstag vor dem Landgericht Fulda wegen versuchten Totschlags verantworten. Laut Staatsanwaltschaft leidet die Angeklagte unter einer bipolaren affektiven Störung und soll die Tat in einer manischen Phase begangen haben.

Fulda - Die 40-Jährige aus Fulda habe in der Nacht und am Morgen des 9. Februar 2021 in der Wohnung ihrer ehemaligen Lebensgefährtin in Künzell-Dietershausen (Kreis Fulda) randaliert. Zu dem Zeitpunkt war die Frau, die die philippinische Staatsangehörigkeit hat, allein in der Wohnung, hatte aber wegen ihres Verfolgungswahns einen Säbel auf dem Bett liegen. Nachbarn riefen wegen des Lärms die Polizei.

Eine Beamtin sprach zunächst durch das Fenster mit der Angeklagten. Aber als sich die Beamtin der Angeklagten nähern wollte, soll diese mit dem 79 Zentimeter langen Säbel eine wuchtige Bewegung in Richtung der Polizistin gemacht haben. Dabei soll sie gerufen haben: „Ich hack' Dir den Kopf ab!“ Laut Staatsanwaltschaft hat die Waffe ihr Ziel nur verfehlt, weil die Polizistin ihren Kopf in letzter Sekunde zurückgezogen hat. Zur Festnahme der Frau waren zwei Schüsse aus einem sogenannten Taser auf sie abgegeben worden, einem Elektroschock-Gerät.

Das Urteil wird nicht wie ursprünglich geplant am nächsten Donnerstag gesprochen, denn das Gericht wird ein zweites psychiatrisches Gutachten einholen. Das hatte der Verteidiger aus juristischen Gründen beantragt. Er bemängelte, dass der Gutachter die Angeklagte nicht auf ihr Recht hingewiesen habe, einen Pflichtverteidiger zurate zu ziehen. Nach längerer Beratung gab das Gericht dem Antrag statt. Der Vorsitzende Richter betonte aber, der Psychiater sei nicht verpflichtet gewesen, die Angeklagte auf einen Pflichtverteidiger hinzuweisen. Trotzdem verstehe das Gericht, dass die Angeklagte den bisher beauftragten psychiatrischen Sachverständigen ablehnt. dpa

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