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Angriff mit Fleischklopfer: Anklage fordert mehrjährige Haft

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Justitia
Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Im Prozess um einen Angriff mit einem Fleischklopfer hat die Anklage vor dem Landgericht Fulda eine Haftstrafe von vier Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert. Der 57 Jahre alte Angeklagte hatte zugegeben, am 16. Juli 2021 in seiner Wohnung in Fulda einen damals 44-jährigen Freund mit einem Fleischklopfer und einem Messer lebensgefährlich verletzt zu haben – aus Frust über seinen kaputten Fernseher und Computer.

Fulda – Die Oberstaatsanwältin erklärte am Donnerstag, dass das Opfer arg- und wehrlos gewesen sei, als der Angeklagte seinem Freund wortlos und ohne Vorwarnung mit dem Fleischklopfer auf den Kopf geschlagen und mit ausholender Bewegung mit dem Messer zugestochen habe. Allerdings hielt sie dem Deutschen zugute, dass er sein Opfer aus der Wohnung hatte fliehen lassen. Damit sei er von der Tat zurückgetreten.

Der Verteidiger sieht eine verminderte Schuldfähigkeit. Er erklärte die Tat mit einem Zusammenspiel von Medikamenten, Alkohol, Drogen sowie Stress und sagte: „Die Tat war für meinen Mandanten wesensfremd. Er hatte Stress, weil der Draht zur Außenwelt durch den kaputten Fernseher und Computer abgeschnitten war.“ Aus Angst vor Corona hatte sich der 57-Jährige in seiner Wohnung isoliert.

Sein Mandant habe dem Freund auf die Hand schlagen wollen. Weil der Freund seinen Kopf gedreht habe, sei der Fleischklopfer aber auf dem Schädel gelandet. Dann habe sich das Geschehen dynamisch entwickelt. Der Verteidiger hält eine zweijährige Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung für angemessen.

Der Angeklagte sagte: „Gott sei Dank hat er überlebt. Ich möchte mich nochmals entschuldigen.“ Das Urteil soll am Freitag fallen. dpa

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