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Anklage will Sicherheitsverwahrung für Boystown-Angeklagte

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Gericht
Akten liegen vor einem Prozess in einem Landgericht auf dem Tisch. © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Im Prozess gegen vier mutmaßliche Betreiber der kinderpornografischen Plattform „Boystown“ im Darknet hat die Generalstaatsanwaltschaft für zwei der vier Angeklagten Sicherheitsverwahrung gefordert. Nach den unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehaltenen Schlussvorträgen soll der 49 Jahre alte mutmaßliche Betreiber der Plattform für zwölf Jahre ins Gefängnis und anschließend in Sicherheitsverwahrung, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Montag.

Frankfurt/Main - Die Verteidigung des Mannes aus dem Landkreis Mühldorf am Inn hatte am Montag vor dem Landgericht Frankfurt eine achtjährige Haftstrafe ohne Sicherheitsverwahrung gefordert.

Ein 42 Jahre alter Angeklagter soll laut Forderung der Generalstaatsanwaltschaft zu elf Jahren und sechs Monaten Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt werden. Die Verteidigung plädierte auf eine „angemessene Strafe“ ohne konkretes Strafmaß, aber ohne Sicherheitsverwahrung. Beiden Männern wird nicht nur der Betrieb der Plattform und die Kontrolle von Beiträgen vorgeworfen, sondern auch schwere sexuelle Gewalt an Kindern.

Für einen 60 Jahre alten Mann forderte die Generalstaatsanwaltschaft eine achtjährige Haftstrafe. Ein 66 Jahre alter Angeklagter, der ein besonders aktiver Nutzer der Plattform gewesen sein soll, soll zu sechs Jahren Haft verurteilt werden. Für diese beiden Männer standen am Montagmittag die Plädoyers der Verteidigung noch aus. Das Urteil wird am Mittwoch erwartet.

Die Plattform „Boystown“ hatte mehr als 400 000 Mitglieder aus aller Welt. Als das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt die Plattform im April 2021 abschalteten, waren dort mehr als eine Million Forenbeiträge zu finden. dpa

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