Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz
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Die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz steht in ihrem Büro.

Anwältin Basay-Yildiz mit Ludwig-Beck-Preis ausgezeichnet

Die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz ist mit dem Ludwig-Beck-Preis für Zivilcourage der Stadt Wiesbaden ausgezeichnet worden. Die Ehrung ist mit 10.000 Euro verbunden und wurde am Freitagabend verliehen. Basay-Yildiz vertrat im Münchner NSU-Prozess als Nebenklageanwältin Angehörige der Opfer der rechtsextremen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU).

Wiesbaden - Die Juristin war 2018 die erste Adressatin der „NSU 2.0“-Drohschreiben gewesen. Bei den Ermittlungen zu diesen Todesdrohungen, die auch gegen Angehörige der Anwältin ausgesprochen wurden, wurde die Existenz einer Chatgruppe mit rechtsextremen Inhalten in einem Frankfurter Polizeirevier aufgedeckt. Hier waren auch die privaten und öffentlich nicht zugänglichen Daten von einem Polizeirechner abgerufen worden.

Mit der Preis werde der bemerkenswerte Umgang von Basay-Yildiz mit den rechtsterroristischen Bedrohungen nach ihrem Eintreten als Anwältin für die Familie eines Opfers der NSU-Morde gewürdigt, teilte die Stadt Wiesbaden mit. „Wir müssen mehr miteinander sprechen. Nur so kann Vertrauen geschaffen werden“, hatte Basay-Yildiz vor der Preisverleihung der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Mit dem Ludwig-Beck-Preis ehrt die Landeshauptstadt Menschen, Institutionen oder Vereinigungen aus aller Welt, die sich mit besonderer Zivilcourage für Allgemeinwohl, friedliches Zusammenleben der Menschen, soziale Gerechtigkeit und die Grundprinzipien der Demokratie und des Rechtsstaates eingesetzt haben.

Als mutmaßlicher Verfasser der „NSU 2.0“-Drohschreiben war im Mai ein Mann festgenommen worden. Ob er Mithelfer innerhalb der Polizei hatte oder sich „nur“ erfolgreich bei telefonischen Anfragen als Polizist ausgeben konnte, ist noch nicht geklärt.

„Das Ansehen der Polizei hat so viel Schaden genommen, dass ich glaube, dass jeder einzelne Beamte mehr denn je gefordert ist, rassistische Tendenzen innerhalb der Polizei zu melden“, sagte Basay-Yildiz über notwendige Zivilcourage innerhalb der Polizei. „Die anständige Mehrheit muss jetzt handeln.“

Basay-Yildiz fordert schon seit langem eine genaue Aufklärung. „Wir dürfen uns nicht auf Politiker verlassen, wie man in Hessen und auch auf Bundesebene sieht“, sagte sie. „Insofern ist jeder einzelne Polizist in diesem Land gefordert, couragiert zu handeln. Es muss überhaupt auch mehr Dialog zwischen dem Bürger und der Polizei geben.“ dpa

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