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Arbeitslosenquote in Hessen sinkt weiter

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Agentur für Arbeit
Das Logo der Bundesagentur für Arbeit leuchtet. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Arbeitslosenzahlen sinken trotz Ukraine-Kriegsfolgen und Corona-Pandemie weiter. Aber immer weniger Jugendliche beginnen eine Ausbildung, was Gewerkschaften wie Arbeitgebern Sorge bereitet.

Frankfurt/Main - Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Oktober weiter gesunken. Trotz Energiekrise und der Folgen des Ukraine-Krieges zeigte sich der hessische Arbeitsmarkt im letzten Monat weiter stabil, wie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Zum Stichtag am 13. Oktober waren 168.842 Frauen und Männer als arbeitslos registriert: Das waren 2319 weniger als im September des laufenden Jahres, aber 5625 mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitlosenquote sank vom Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Im Vorjahresmonat hatte die Quote bei 4,7 Prozent gelegen.

Trotz positiver Entwicklung der Beschäftigtenzahlen zeichne sich eine Zurückhaltung der Arbeitgeber bei den Stellenmeldungen ab, sagte Direktionschef Frank Martin. „Die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen bergen für viele Betriebe Risiken, die nur schwer abzuschätzen sind. In dieser unsicheren Situation halten viele Firmen an ihrer Belegschaft fest und reduzieren zeitgleich die Zahl der Neueinstellungen. Die sonst übliche Herbstbelebung fällt gedämpft aus.“

Die Oktober-Zahlen für den Ausbildungsmarkt in Hessen zeigen einen konstanten Bedarf an Fachkräften für die Saison 2021/2022. Über 34 600 Stellen wurden von hessischen Ausbildungsbetrieben gemeldet. Zum Stichtag waren 3600 Lehrstellen frei und 1700 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Martin zeigte sich zuversichtlich, zum Ende der Nachvermittlungsaktion die meisten noch offenen Stellen besetzen zu können.

Für den Hessischen Industrie- und Handelskammertag (HIHK) ist eine Ausbildung „auch in Krisenzeiten eine gute Wahl.“ Trotz der vielen ungenutzten Lehrstellen zeichne sich ein Aufwärtstrend ab: Im Vergleich zum Vorjahr seien die hessischen IHK-Unternehmen mit fünf Prozent mehr Ausbildungsverträgen ins neue Ausbildungsjahr gestartet. Gleichzeitig beschweren sich hessische Unternehmen weiter über den Azubi-Mangel. Die Zahl der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten Bewerbungen sei im Vergleich zum Vorkrisenjahr um 20 Prozent zurückgegangen.

Verbesserungsbedarf sieht die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) beim Übergang von der Schule zum Beruf. Während der Schulzeit seien längere Praktikumsphasen und Berufsberatungen wichtig. „Zudem muss das Kultusministerium endlich klare Vorgaben und Umsetzungshilfen für die berufliche Orientierung in Schulen machen“, sagte VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert. Im Vergleich zu 2020 habe die Bewerberanzahl auf Ausbildungsplätze um fast 15 Prozent abgenommen.

Der DGB Hessen sorgt sich hingegen um das sinkende Interesse bei jungen Menschen für eine duale Berufsausbildung und möchte diese weiter ermutigen, sich zu bewerben. Gleichzeitig müssten sich mehr Betriebe bereit erklären, den jüngeren eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu geben. Man brauche eine umlagefinanzierte Ausbildungsgarantie, um die Attraktivität und Qualität der dualen Ausbildung zu verbessern, erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Renate Sternatz. dpa

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