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Auch in Pandemie: Schwieriger Ausstieg aus der Prostitution

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Sexarbeit
Eine Sexarbeiterin sitzt in einem Studio. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Fast eineinhalb Jahre Lockdown ohne legale Arbeitsmöglichkeiten - Prostituierte in Hessen haben während der Pandemie nach Angaben von Beratungsstellen unterschiedliche Lösungswege gesucht. Während zahlreiche Frauen staatliche Hilfen beantragten, wanderten andere ab in andere Bundesländer oder ins Ausland, wo Bordelle und Laufhäuser früher geöffnet hatten, berichten Sozialarbeiterinnen.

Frankfurt/Main - „Einige Frauen, die schon länger mit dem Gedanken spielten, aus der Prostitution auszusteigen, haben diesen Moment für sich genutzt“, sagte Encarni Ramirez Vega von der Organisation Frauenrecht ist Menschenrecht (FiM), die vor allem Klientinnen aus Südosteuropa betreut. „Dabei haben wir auch sehr schwierige Situationen für ausstiegswillige Frauen erlebt, bis heute. Die Hürden, in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen, sind für die Frauen aus der Armutsprostitution einfach sehr hoch.“

Dies gelte gerade für Frauen der Roma-Minderheit oder der türkischen Minderheit aus Bulgarien, die in ihren Heimatländern häufig von Bildungschancen ausgeschlossen geblieben waren. „Wir haben einige Frauen wirklich sehr eng begleitet bei der Jobsuche, mit Anrufen bei Arbeitgebern und Begleitungen zu zig Vorstellungsgesprächen - und es ist daraus nie etwas geworden“, sagte Ramirez. „Das macht natürlich traurig, dass wir das so erleben müssen.“

Als Beispiel nannte sie eine etwa 40 Jahre alte Frau aus Bulgarien, die zwar unentwegt versucht habe, eine reguläre Arbeit zu finden, bis heute aber nicht vermittelt werden konnte. „Diese Frau ist wirklich sehr, sehr motiviert, aber sie bekommt einfach keinen Job.“

Etwas bessere Erfahrungen hat Petra Weigand von der Frankfurter Beratungsstelle „Tamara“ gemacht. Ihre Klientinnen bringen allerdings bessere Bildungs- und Berufsabschlüsse mit. „Eine der Frauen hat sogar Abitur“, berichtete sie. „Unter denen, die wir beraten, waren etwa auch eine Kinderkrankenschwester und eine Altenpflegerin.“ dpa

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