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Weihnachtsgans in Hessen in Gefahr: Erste Gastronomen nehmen Traditionsgericht aus dem Angebot

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Von: Florian Dörr

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Die Weihnachtsgans in Hessen wird teurer. Einige Gastronomen haben sogar bereits angekündigt: In diesem Jahr kommt sie nicht auf den Teller.

Frankfurt - Nahrungsmittel sind in Deutschland zwischen September 2021 und September 2022 um 18,7 Prozent teurer geworden. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Gründe sind vielfältig: So sind die Preise für Energie, Dünger und Futtermittel deutlich gestiegen. Zudem fehlt es an Arbeitskräften. Das vorhandene Personal ist durch den Mindestlohn teurer geworden.

Vor diesem Hintergrund kommt das Ergebnis einer Recherche von Hit Radio FFH wenig überraschend: Auch die Weihnachtsgans wird in Hessen in diesem Jahr teurer. Eine Stichprobe bei Gastronomen in Hessen ergab demnach: Für das Traditionsgericht müssen Kunden 2022 im Schnitt zwischen 20 und 60 Euro mehr ausgeben. Die befragten Gastronomen verweisen etwa auf großen Personalmangel, gestiegene Energiekosten und fehlendes Geflügelfutter aus der Ukraine.

Weihnachtsgans in Hessen: Kalkulation für Gastronomen schwierig - Nehmen Gäste die Preise an?

Bereits jetzt haben die Kalkulationen zur Folge, dass einige Gastronomen keine Weihnachtsgans anbieten werden. Deutschlandweit wird von Restaurants berichtet, die aus Unsicherheit, ob die Gäste die gestiegenen Preise zahlen, das Traditionsgericht gleich ganz aus dem Angebot nehmen. Auch in Hessen scheint das der Fall zu sein, wie Hit Radio FFH berichtet. „Die Preise sind viel zu hoch. Wie sollen wir das an die Kunden weitergeben?“, heißt es demnach etwa im Hotel Restaurant Pelikan in Eschwege.

Zuchtgänse
An Weihnachten wird auch in Hessen so mancher auf die traditionelle Weihnachtsgans verzichten müssen. (Symbolbild) © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Weihnachtsgans in Hessen: Vogelgrippe erschwert die ohnehin komplizierte Situation

Während Einkäufer im vergangenen Jahr laut Lorenz Eskildsen, dem Vorsitzenden des Bundesverbandes Bäuerlicher Gänsehaltung, für ein Kilogramm Gans etwa 4,50 Euro zahlten, müssten sie in diesem Jahr für eine im Ausland aufgezogene und geschlachtete Gans doppelt so viel zahlen. Immerhin: Für eine Weihnachtsgans aus Deutschland sei der Preissprung kleiner: „Letztes Jahr waren es 15,95 Euro pro Kilo, in diesem Jahr sind es drei Euro mehr.“

Energiepreise, Futtermittel, Personalsorgen: Ein Aspekt kommt bei der Weihnachtsgans noch hinzu, der das Traditionsgericht von anderen Nahrungsmitteln unterscheidet. Denn in den vergangenen Monaten hatten Geflügelzüchter in Deutschland, Polen und Ungarn wegen der Vogelgrippe erhebliche Teile ihrer Bestände verloren. Dadurch ist nicht nur die Gänsekeule auf dem Teller der Deutschen, sondern auch die Existenz vieler Betriebe in Gefahr. (fd)

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