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Aus Protest gegen Sparmaßnahmen bleiben Arztpraxen zu

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Viele Arztpraxen schließen am Mittwoch wegen Protestaktion
Die Rolläden eines Ärztehauses sind heruntergelassen. © Hannes P. Albert/dpa

Arztpraxen blieben an diesem Mittwoch in Hessen wie auch bundesweit geschlossen. Ärzte protestierten auf diese Weise gegen die Sparpläne von Bundesregierung und Krankenkassen.

Frankfurt/Main - Als Reaktion auf geplante Sparmaßnahmen haben niedergelassene Haus- und Kinderärzte am Mittwoch ihre Praxen geschlossen. Auch Ärzte aus Hessen beteiligten sich an einer bundesweiten Protestaktion gegen den derzeitigen Kurs von Bundesregierung und Krankenkassen, so die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Zahlen zu den teilnehmenden Arztpraxen lagen zunächst nicht vor.

Die Ärzte fordern bessere berufliche Rahmenbedingungen und monieren etwa die geplante Streichung der Neupatientenregelung, die Ärzten finanzielle Anreize gibt, neue Patienten aufzunehmen. Zudem bereiten ihnen die Honorarentwicklung, die hohen Energiekosten und die steigende Inflationsrate Sorgen.

„Wir beobachten im Moment, dass sehr viel gegen die ambulante Versorgung läuft“, sagte KV-Sprecher Karl Matthias Roth. Insgesamt fehle es „massiv“ an Wertschätzung. „Das führt im Moment dazu, dass die Praxen sagen: Es reicht. Wir müssen auch zeigen, dass es so nicht weitergeht.“ Und wenn es so weitergehe, könnten Praxen sich für die Schließung entscheiden und Ärzte vielleicht ihren Ruhestand vorziehen, wodurch Lücken in der Patientenversorgung entstünden.

Hintergrund des Konflikts ist das Ergebnis der diesjährigen Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Kassenärztlicher Vereinigung über die Honorarsätze. Die Forderung der Ärzteschaft nach einer Erhöhung um sechs Prozent für das kommende Jahr wurde von den Kassen abgelehnt. „Wir wurden mit einer Honorarerhöhung von zwei Prozent abgespeist. Angesichts der Inflation, die derzeit bei zehn Prozent liegt, ist das ein Hohn“ teilte Jürgen Burdenski, Vorstandsmitglied des Hausärzteverbands Hessen (HÄVH), mit.

Der Vorsitzende des HÄVH, Armin Beck, hatte vor dem Protesttag gewarnt, die gewohnte und bewährte ambulante Versorgung sei „massiv gefährdet“, wenn die Sparpläne von Regierung und Krankenkassen umgesetzt würden. „Unsere Patientinnen und Patienten müssen wegen der geplanten Leistungskürzungen mit längeren Wartezeiten für Termine rechnen. In ländlichen Gebieten müssen eventuell auch längere Anfahrtswege in Kauf genommen werden.“

Die niedergelassenen Mediziner würden ein Stück weit alleine gelassen, ergänzte Beck am Mittwoch. „Die Kollegen sind bereit, weiter zu protestieren“, sagte er. Auch in rund einem Monat, am 30. November, wollen Ärzte ihre Praxen schließen. Weitere Aktionen seien geplant, hieß es. dpa

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