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Auschwitz-Prozesse: Ehrung für Fritz Bauer als Initiator

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Dem früheren hessischen Generalstaatsanwalt und Initiator der Auschwitz-Prozesse, Fritz Bauer, wird posthum die höchste Auszeichnung des Landes Hessen verliehen. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) werde die Wilhelm-Leuschner-Medaille bei der Verleihung am 1. Dezember in Frankfurt der Großnichte Bauers, der in Schweden lebenden Marit Tiefenthal, übergeben, teilte die Staatskanzlei in Wiesbaden am Dienstag mit.

Frankfurt/Main - Bauer wurde 1903 geboren, 1968 starb er. 1933 musste er sein Amt als Richter niederlegen. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges verbrachte er in Dänemark und Schweden, 1949 kehrte er nach Deutschland zurück. 1956 wurde er in Frankfurt hessischer Generalstaatsanwalt und war in dieser Position verantwortlich für das Zustandekommen der Auschwitz-Prozesse in den 1960er Jahren. „Durch den Auschwitz-Prozess fand erstmals eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland statt“, sagte der Ministerpräsident. Er würdigte Bauer als „unbequemen Mahner“.

Die Wilhelm-Leuschner-Medaille wird jedes Jahr an Menschen verliehen, die sich vorbildlich für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit eingesetzt haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ermordete Regierungspräsident von Kassel, Walter Lübcke, dem die Medaille ebenfalls posthum verliehen worden war. dpa

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