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Auswirkungen von Sturmtief „Ylenia“ in Hessen eher gering

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Sturmtief Ylenia – Königstein
Ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei ist mit Aufräumarbeiten beschäftigt. © Arne Dedert/dpa

Die erste Orkannacht mit „Ylenia“ hat Hessen weitgehend glimpflich überstanden. Doch der nächste Sturm steht schon in den Startlöchern.

Wiesbaden/Gießen/Kassel - Sturmtief „Ylenia“ ist örtlich mit Windstärke 12 über Hessen hinweggefegt. In vielen Regionen knickten Bäume um und blockierten Straßen. Es kam zu Unfällen, mindestens fünf Menschen wurden leicht verletzt.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wurden in der Nacht zum Donnerstag vereinzelt Windgeschwindigkeiten zwischen 90 und 100 Stundenkilometer gemessen. Auf der 950 Meter hohen Wasserkuppe in der Rhön blies ein Orkan mit 121 Stundenkilometern. Nach Angaben des Meteorologen zieht in der Nacht zum Samstag ein weiterer Sturm über Deutschland hinweg. Vor allem im Bergland kann es dabei wieder zu orkanartigen Böen und Orkanböen kommen.

So stark wie „Ylenia“ in der Nacht zum Donnerstag ist „Zeynep“ laut DWD aber nicht. „Das Sturmfeld ist kleiner - und damit wird es hier in Hessen nicht ganz so schlimm“, sagte der Meteorologe. Die Landesbehörde Hessen Mobil warnte dennoch vor herumliegenden Ästen und umgestürzten Bäumen auf und entlang von Straßen.

Die Feuerwehren im Land rückten laut Innenministerium etwa 470 Mal aus, um umgestürzte Bäume zu entfernen. Rund 100 Mal wurden sie gerufen, weil der Wind Dächer abgedeckt hatte. Nach Darstellung der Polizei verlief die Orkannacht von Mittwoch auf Donnerstag allerdings weitgehend glimpflich.

Bei der Deutschen Bahn kam es zu Verspätungen und Zugausfällen. Die Lufthansa strich am Frankfurter Flughafen 20 Flüge. An mehreren Schulen wurde aus Sicherheitsgründen der Präsenzunterricht ausgesetzt. Das Bildungsministerium konnte mit Verweis auf den bürokratischen Aufwand allerdings keine Zahlen zum Unterrichtsausfall nennen. Der DWD hob am Vormittag seine Unwetterwarnung auf. „Der Höhepunkt ist durch“, sagte ein DWD-Meteorologe in Offenbach.

Auf der Autobahn 5 kippte zwischen Friedberg in der Wetterau und dem Bad Homburger Kreuz durch den Wind ein Lastwagen um und blockierte die Strecke in Richtung Frankfurt. Der Verkehr staute sich auf einer Lände von bis zu zwölf Kilometern. Der 40 Jahre alte Fahrer des mit Styropor beladenen Sattelschleppers zog sich leichte Verletzungen zu.

In Liebenau im Landkreis Kassel wurde ein vollbeladener Milchtransporter ebenfalls von einer Böe auf den Seitenstreifen gedrückt. Das Gespann kippte um, der 31 Jahre alte Fahrer und seine 20 Jahre alte Beifahrerin wurden leicht verletzt. Es entstand ein Schaden von rund 35 000 Euro. Die Landstraße war für Stunden gesperrt.

Das Polizeipräsidium Wiesbaden sprach von gut zwei Dutzend Einsätzen im Raum Limburg und Weilburg, im Hochtaunuskreis sowie im Rheingau-Taunus-Kreis. In drei Fällen seien Bäume auf Autos gestürzt. An der Bundesstraße 8 nahe Bad Camberg (Landkreis Limburg-Weilburg) fiel die Straßenbeleuchtung aus.

Bei der Leitstelle des Polizeipräsidiums Mittelhessen in Gießen gingen rund 30 Notrufe ein. In Dillenburg stürzte ein Baum auf das Dach eines Hauses. Auf der Bundesstraße 49 zertrümmerte ein umherfliegendes Baustellenschild die Seitenscheibe eines fahrenden Autos. Auf der B255 zwischen Driedorf und Herborn rammte ein Autofahrer einen auf der Straße liegenden Baum.

In Münchhausen nördlich von Marburg fiel der Strom aus, nachdem ein Baum auf eine Oberleitung stürzte. In Gladenbach im Kreis Marburg-Biedenkopf stieß ein Lastwagen gegen eine umgewehte Ampel. Im Werra-Meißner-Kreis fuhr ein 61 Jahre alter Autofahrer gegen einen umgestürzten Baum. In Eschwege wurde ein Anhänger durch die Luft gewirbelt. Von einem Haus fielen Ziegel herab, an einem anderen knickte der Schornstein um.

In Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis wurde ein 40 Jahre alter Mann von einem umherfliegenden Gegenstand am Kopf getroffen. In Südhessen blockierten bei Ober-Ramstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg) und Astheim (Landkreis Groß-Gerau) abgeknickte Bäume die Straßen. In Babenhausen fiel ein Bauzaun um. In der Nähe von Rüsselsheim fuhr nach Polizeiangaben ein Lastwagen in einen auf einer Kreisstraße liegenden Baum.

Wegen eines umgestürzten Baums wurde die Bahnstrecke zwischen Dreieich-Buchschlag und Langen (Landkreis Offenbach) gesperrt. Betroffen davon waren die S-Bahn-Linien 3 und 4 sowie die Regionalbahnen 67 und 68. Es kam den Angaben zufolge zu Verspätungen und Teilausfällen, ein Busnotverkehr wurde eingerichtet.

Auch zwischen Neustadt und Stadtallendorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie zwischen Langgöns (Landkreis Gießen) und Butzbach (Wetteraukreis) müsse mit Verspätungen und Teilausfällen gerechnet werden, teilte die Bahn mit. Die Kasseler Verkehrsgesellschaft meldete keine schweren Sturmschäden.

Auf einer Bundesstraße bei Schlangenbad (Rheingau-Taunus-Kreis) stürzte ein Baum auf das Auto einer 54-Jährigen, die Frau wurde im Fahrzeug eingeklemmt. Sie wurde von der Feuerwehr befreit und leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

In Osthessen berichteten Autofahrer von Starkregen und Aquaplaning auf der Autobahn 4. Auf Bundes- und Landstraßen lagen bis nachmittags umgestürzte Bäume auf den Fahrbahnen. Auf einer Bundesstraße zwischen Lauterbach und Herbstein wurde ein Autoanhänger auf die Gegenfahrbahn gedrückt und kollidierte mit zwei Fahrzeugen, eine Person wurde leicht verletzt. Der Wind deckte ein Dach ab und ließ einen Baum auf einen geparkten Lastwagen fallen. dpa

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