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Awo Frankfurt wieder in den schwarzen Zahlen

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Awo Frankfurt
Der Hauptsitz der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt. © Arne Dedert/dpa/Archivbild

Die Awo hat aufgeräumt - an der Spitze und in den Büchern. 2020 sei „das erste saubere Jahr“ sagen die Vorstände. Das Präsidium verspricht „eine neue Haltung“. 2022 steht ein Punkt ganz oben auf der Wunschliste.

Frankfurt/Main - Die krisengeschüttelte Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) zieht nach zwei Jahren Sanierung eine positive Bilanz. Der Kreisverband habe das „System Richter“ beendet, sagte die Vorsitzende des Präsidiums, Petra Rossbrey, am Donnerstag. Der frühere Chef der Awo Frankfurt, Jürgen Richter, habe ein „willkürliches System von Vergünstigungen“ etabliert. Heute habe die Awo „eine neue Haltung: Eine solche Selbstbedienungsmentalität hat in einem Sozialverband nichts zu suchen.“

Neben Richter wurden weitere Führungskräfte entlassen - auch die gesamte zweite Führungsebene wurde ausgetauscht. Insgesamt ist laut Rossbrey ein Drittel der früheren Verwaltung nicht mehr bei der Awo. In 15 Fällen wurden Gehälter gekürzt, 50 Mal ungerechtfertigte Verträge für Nebentätigkeiten gekündigt, die Zahl der Dienstwagen wurde von 28 auf fünf reduziert.

Die Awo hat einen externen Ombudsmann eingesetzt, an den sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertraulich wenden können. Der Rechtsanwalt soll helfen, Fehlentwicklungen früh zu erkennen und noch unentdeckte Missstände abzustellen. Er soll auch „zahlreichen anonymen Hinweisen“ nachgehen, die laut Rossbrey schon länger vorliegen.

Wirtschaftlich sei die Awo inzwischen „stabil“, berichteten die Vorstände Steffen Krollmann und Axel Dornis. Die noch im Sommer drohende Insolvenz sei abgewendet. Allerdings hatte der Kreisverband rückwirkend die Gemeinnützigkeit verloren. Diesen Status wiederzuerlangen, das sei eines der wichtigsten Ziele im Jahr 2022.

„2020 ist das erste saubere Jahr“, sagte Dornis bei der Vorstellung des Jahresabschlussberichts am Donnerstag. Er weist einen Jahresüberschuss von 421.000 Euro aus - nach einem Defizit von 3,56 Millionen Euro 2019. Zum Anstieg der Erträge trug vor allem der Verkauf von Liegenschaften bei. Auch für 2021 rechnet die Awo mit einem positiven Jahresergebnis. dpa

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