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Bätzing: Ich denke nicht an Rücktritt

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Georg Bätzing
Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. © Marijan Murat/dpa/Archivbild

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, denkt nach der „stillen Blockade“ einiger Bischöfe bei einem Text zur kirchlichen Sexualmoral nicht an Rücktritt. „Ich überlasse das Feld nicht denen, die sich nicht bewegen wollen“, sagte er am Freitag in Frankfurt am Main. Er betonte erneut den „ungeheuren Veränderungsdruck“ für die katholische Kirche.

Frankfurt/Main - „Es kann nur nach vorne gehen.“

Auf der vierten Synodalversammlung der deutschen Katholiken war am Donnerstagabend die Abstimmung über einen Text, der eine Liberalisierung der kirchlichen Sexualmoral anstrebte, an der fehlenden Zwei-Drittel-Mehrheit der Bischöfe gescheitert. Er stieß zwar in der allgemeinen Abstimmung auf 82 Prozent Zustimmung - aber nur 33 Bischöfe stimmten für den Text bei 21 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen.

„Dieser Prozess des Synodalen Wegs darf nicht scheitern, denn darauf beruht die Hoffnung so vieler Menschen in Deutschland - und das schulden wir den Betroffenen sexueller Gewalt“, betonte Bätzing nach einer nächtlichen Krisensitzung der Bischöfe. Dabei sei der Blick nach vorne auf die noch anstehenden Beratungen über Reformtexte gerichtet worden, versicherte er. Allerdings: „Wenn sich zeigt, dass wichtige Grundtexte vertagt werden, ist eine Gefahr des Scheiterns gegeben.“

Am Freitagnachmittag sollte es auf der Synodalversammlung um einen Text über den Zugang von Frauen zu sakramentalen Ämtern gehen. Die Präsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, sagte, dieses Thema sei ihr besonders wichtig. Die Lage nach der Abstimmungsniederlage für den Text zur Sexualmoral sei schmerzlich. „Die deutschen Bischöfe sind in ihrer Gesamtheit dem gegebenen Vertrauen nicht gerecht geworden“, sagte sie und warnte vor „fatalen Konsequenzen“, sollte der Reformprozess scheitern. dpa

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