Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe: Corona-Alarm im IC - Zug stoppt wegen Rückkehrer
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Zug musste im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe warten: Wegen eines Corona-Verdachts wurde ein IC in Kassel gestoppt.

Krankenschwester berichtet

Corona-Alarm: Intercity stoppt wegen Rückkehrer im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe

  • Bastian Ludwig
    vonBastian Ludwig
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Auf einer Zugfahrt mit einem IC herrscht plötzlich Corona-Alarm. Der Zug muss im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe halten. Eine mitfahrende Krankenschwester berichtet.

  • Corona-Alarm in einem IC - der Zug stoppt im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe
  • Fahrgast geht es auf der Fahrt plötzlich schlecht
  • Rettungswagen und Bundespolizei rücken an

Kassel – Diese Zugfahrt wird die 30-jährige Krankenschwester nicht so schnell vergessen. Als sie am Dienstagabend (24.03.2020) mit einem IC von Karlsruhe auf dem Weg nach Kassel zu ihren Eltern war, herrschte plötzlich Corona-Alarm.

Dabei hatte alles ganz ruhig angefangen: „Bevor unser Zug in Frankfurt einen Zwischenstopp machte, war er ziemlich leer“, erzählt die junge Frau. Doch am Hauptbahnhof in Frankfurt stiegen Dutzende Reisende mit Koffern und Sombrero-Hüten zu und liefen durch die Abteile, um sich einen Platz zu suchen. Wie die 30-Jährige später im Gespräch mit dem Zugpersonal erfuhr, waren es Rückkehrer, die mithilfe der Bundesregierung wieder nach Deutschland gebracht worden waren.

Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe: Corona-Alarm im IC - Fahrgast geht es schlecht

Kurz vor Kassel ertönte plötzlich eine Durchsage im Zug. Es wurde gefragt, ob medizinisches Personal an Bord sei, erzählt die 30-Jährige. „Ich fragte den Schaffner, ob ich als Krankenschwester helfen kann. Der sagte nur, bei Corona könne ich das sicher nicht.“ Schließlich bekam sie aus den Gesprächen der Bahnmitarbeiter mit, dass es einem Fahrgast „ziemlich schlecht“ gehe.

Als der Zug im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe eintraf, wurden die Türen nicht geöffnet. „Zunächst sollte der Notarzt abgewartet werden“, erzählt die Frau. Schließlich kam ein Rettungswagen begleitet von Bundespolizisten in Schutzanzügen. „Es handelte sich bei dem Patienten um einen 56-jährigen Deutschen, der ziemlich verwirrt schien und viel gehustet hat“, so ein Sprecher der Bundespolizei. 

Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe: Verdacht auf Corona - Fahrgast muss ins Krankenhaus

Die Besatzung des Rettungswagens habe aber kein für Corona typisches Fieber feststellen können. Zur weiteren Abklärung wurde der Mann ins Krankenhaus gebracht. Nach einer halben Stunde im Bahnhof durften auch alle anderen Fahrgäste aussteigen. Eine Rückmeldung, ob der Mann mit Corona infiziert war oder nicht, habe die Bundespolizei nicht erhalten.

Die 30-jährige Krankenschwester hält das Vorgehen der Bahn aus mehreren Gründen für unverantwortlich. „Wie kann man so eine große Gruppe Rückkehrer einfach in einen Zug stecken. Dafür muss man doch separate Waggons zur Verfügung stellen und Schutzmasken austeilen“, sagt die Frau. „Im Fernsehen habe ich Rückkehrer gesehen, die alle mit Schutzmasken aus Flugzeugen ausstiegen.“ Zudem seien im Zug nicht die Kontaktdaten der Mitreisenden aufgenommen worden.

IC stoppt im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe: Das sagte die Deutsche Bahn

Die Bahn bestätigt den Vorfall auf HNA-Anfrage*, aber verweist nur auf allgemeine Empfehlungen. So sollten Reisende Abstand im Zug halten. Bei einem Corona-Verdacht werde der Bereich gesperrt und gereinigt. Zu Einzelfällen äußere sich das Unternehmen aber nicht.

Von Bastian Ludwig

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