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Blick auf ein Entwicklungsgebiet für einen neuen Frankfurter Stadtteil.

Bauern und Umweltschützer mobilisieren gegen Flächenfraß

In einer ungewöhnlichen Allianz haben sich Hessens Bauernverband und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Kampf gegen den stetig wachsenden Flächenverbrauch im Land verbündet.

In einer ungewöhnlichen Allianz haben sich Hessens Bauernverband und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Kampf gegen den stetig wachsenden Flächenverbrauch im Land verbündet. Beide Verbände appellierten am Mittwoch in Frankfurt an die schwarz-grüne Landesregierung, vor allem in den Ballungsräumen den Verlust an offenen Flächen zu stoppen. Die Stadt Frankfurt wurde aufgefordert, den auf beiden Seiten der Autobahn 5 im Nordwesten der Stadt geplanten neuen Stadtteil für 30 000 Menschen aufzugeben. Stattdessen müsse es zu einer „Verdichtung” innerhalb der Metropole kommen.

„Ohne Landwirtschaft vor Ort gibt es auch keine Versorgung mit regionalen Lebensmitteln”, sagte der Präsident des Hessischen Bauernverbands, Karsten Schmal. Die Ackerflächen rund um Frankfurt gehörten von der Bodenqualität weltweit zu den „allerbesten”. In den vergangenen 25 Jahren seien hessenweit bereits mehr als 40 000 Hektar Agrarfläche verloren gegangen.

BUND-Sprecher Jörg Nitsch forderte für Hessen einen „Netto-Null-Verbrauch” bei Flächen und den Verzicht auf Neubaugebiete. Die im neuen Landesentwicklungsplan vorgesehene Reduzierung des täglichen Flächenverbrauchs in Hessen von drei auf 2,5 Hektar sei als Ziel völlig ungenügend. Nitsch sprach sich für die Sanierung der vorhandenen Bausubstanz in Hessen aus. Brachliegende Bauflächen müssten umgenutzt werden. Das Frankfurter Siedlungsprojekt bezeichnete Nitsch als besonders schlimmes Beispiel für „Raubbau” an Flächen.

(dpa)

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