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Bauernpräsident warnt vor Gefahr durch Wölfe für Weidetiere

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Demonstration gegen Wölfe in Hessen
Weidetierhalter und Landwirte aus ganz Hessen demonstrieren in Gießen. © Nadine Weigel/dpa/Bildarchiv

Der Präsident des hessischen Bauernverbands hat vor der steigenden Gefahr durch Wölfe für die hiesigen Weidetiere gewarnt. „Wölfe haben sich in den letzten zehn Jahren in Deutschland rasant ausgebreitet. Die Wolfspopulation wächst jährlich um etwa 30 Prozent“, sagte Karsten Schmal der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Mittwoch.

Frankfurt/Main - Im vergangenen Jahr seien bundesweit rund 4000 Tiere von Wölfen verletzt oder getötet worden. „Damit hat sich die Zahl der Wolfsrisse seit 2018 fast verdoppelt. Diese Entwicklung bereitet mir große Sorgen, auch wenn in Hessen 2020 gerade mal 22 Weidetiere von Wölfen getötet wurden.“ Problematisch sei auch, dass nach einem Angriff die anderen Tiere in der Herde traumatisiert und verunsichert zurück blieben.

Es müsse die Möglichkeit geschaffen werden, Wolfsbestände durch Bejagung zu regulieren, forderte der Bauernpräsident in dem Zeitungsinterview. „Ansonsten fürchte ich, dass die Weidehaltung nicht mehr stattfindet und die Tiere im Stall bleiben.“

In Hessen gibt es einen Wolfsmanagementplan und ein Wolfszentrum. Damit will das Land Konflikte rund um das Raubtier vermeiden. „Wir sind überzeugt, dass ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Wolf gelingen kann und schaffen mit dem neuen Wolfsmanagementplan die Rahmenbedingungen dafür“, hatte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) im April dazu erklärt. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Herdenschutz und finanzielle Unterstützung für die Tierhalter.

Hessen hat derzeit fünf Wolfsterritorien: Ein Rudel mit mindestens zwei Welpen lebt im Rheingau-Taunus-Kreis und ein Wolfspaar im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Je eine Wölfin hat sich im nordhessischen Stölzinger Gebirge sowie im Vogelsberg niedergelassen und ein Männchen im Odenwald, grenzübergreifend zu Baden-Württemberg. dpa

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