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Baumgarts Selbstkritik: „Muss vielleicht noch lernen“

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Steffen Baumgart
Trainer Steffen Baumgart spricht. © Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Die Euphorie war groß, die Ernüchterung am Ende auch: Dem 1. FC Köln droht nach der 1:2-Heimniederlage gegen Fehérvár FC das Verpassen der Gruppenphase in der Conference League. Vom Weiterkommen sind dennoch alle Kölner überzeugt.

Köln - Nach seinem bitteren Europacup-Debüt als Trainer übte Steffen Baumgart bemerkenswerte Selbstkritik. „Das sind Situationen, in denen vielleicht der Trainer auch noch lernen muss“, sagte der Coach des 1. FC Köln nach dem 1:2 im Playoff-Hinspiel zur Conference League gegen Fehérvár FC: „Da hat er vielleicht auch nicht immer die Erfahrung, dass er auf jede Situation richtig reagiert.“

Damit meinte Baumgart nach seinem 199. Spiel als Profi-Coach aber nicht die Gelbe Karte wegen Meckerns. Sondern seine taktische Maßnahme nach der Roten Karte von Jeff Chabot in der 20. Minute beim Stand von 1:0. Statt auszuwechseln, stellte Baumgart um, beorderte Außenverteidiger Kristian Pedersen nach innen und korrigierte seinen bis dahin gelungenen taktischen Schachzug, Kapitän Jonas Hector ins zentrale Mittelfeld zu ziehen. Plötzlich stimmten die Zuordnung und die Laufwege nicht mehr.

„Da haben wir für zehn Minuten die Ordnung verloren und plötzlich läufst du einem Rückstand hinterher“, sagte Baumgart mit Blick auf die Tore von Budu Zivzivadze (32.) und den gebürtigen Berliner Palkó Dardái (40.), Sohn von Ex-Hertha-Coach Pal Dardái. In der Pause wechselte Baumgart, brachte Innenverteidiger Luca Kilian für Pedersen. „Ich habe mich direkt warm gemacht. Aber es liegt natürlich im Ermessen des Trainers, was er macht“, antwortete der auf die Frage, ob er mit einer Einwechslung direkt nach dem Platzverweis gerechnet habe. Nach der Pause - und dem Wechsel - war der FC wieder in der Spur, zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr.

So steht nun viel auf dem Spiel im Rückspiel am kommenden Donnerstag in Ungarn. Finanziell braucht der FC die Zusatzeinnahmen von rund zehn Millionen für den Einzug in die Gruppenphase dringend. Und für die Euphorie im Umfeld wäre das Playoff-Aus nach dem Scheitern in der ersten Pokalrunde ein echter Genickschlag.

Doch mit einer Mischung aus Trotz und Überzeugung stellten die FC-Profis nach der Niederlage Optimismus zur Schau. „Wir werden versuchen, im Rückspiel da dahinzufahren und denen den Arsch aufzureißen“, sagte Kilian: „Und ich bin guter Dinge, dass uns das mit Elf gegen Elf gelingen wird.“

Daran glaubt auch Ex-Nationalspieler Hector. „Da wurden schon ganz andere Ergebnisse gedreht“, sagte der Kapitän am zehnten Jahrestag seines Profi-Debüts für den FC: „Wir waren sogar mit zehn Mann überlegen. Da ist auf jeden Fall was drin nächste Woche.“ Und Torhüter Marvin Schwäbe haderte mit der Tatsache, dass die Bälle bei den Treffern einmal vom Pfosten und einmal von der Latte ins Netz prallten. „Die erwischen sie nächste Woche nicht nochmal so gut. Und wenn wir dann wieder mit elf Mann auf dem Platz stehen, werden wir das für uns entscheiden.“

Fehérvárs deutscher Trainer Michael Boris war dagegen vorsichtig. „Das war ein sehr toller Fußball-Abend für uns und den ungarischen Fußball“, sagte der gebürtige Bottroper: „Aber in der zweiten Halbzeit konnte man nicht sehen, wer elf und wer zehn Mann auf dem Platz hatte. Da mussten wir hintenraus richtig leiden.“ Deshalb wisse er nicht, was am kommenden Donnerstag passiert. „Aber wir werden vorbereitet sein.“ Doch der FC und Baumgart haben ebenfalls ihre Lehren gezogen. dpa

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