Burgers Fasten-Tagebuch

Von Bauplanverbesserungen und Philosophie

Die menschliche Anatomie ist verbesserungswürdig, für kommende Bauanleitungen hätte ich gleich zwei Vorschläge. Adam 2.1 sozusagen. Zum einen: Wenn die Verbrennung von Nahrung der Aufnahme von Spätzle

Die menschliche Anatomie ist verbesserungswürdig, für kommende Bauanleitungen hätte ich gleich zwei Vorschläge. Adam 2.1 sozusagen. Zum einen: Wenn die Verbrennung von Nahrung der Aufnahme von Spätzle angepasst würde, wären Fastenzeiten überflüssig. Mein Auto setzt ja schließlich auch kein Fett an, nur weil ich den Tank nicht leer fahre. Die mathematische Formel lautet: Y = X – X. Meine Frau meint nur, ich hätte der Wissenschaft und Menschheit einen großen Dienst erwiesen, in dem ich eine andere Fachrichtung eingeschlagen habe und nicht Physiker wurde. Philosophisch betrachtet bin ich anderer Meinung. Hätte ich die Atombombe entwickelt, wäre sie heute keine Bedrohung.

Die zweite Bauplanverbesserung betrifft die Verteilung beim Fettabbau. Die Gattin will eine optische Reduzierung bei mir festgestellt haben – aber mehr hinten. Also hinten unten. Das macht ja nun überhaupt keinen Sinn. Die drei „B“ haben sich vorne abgelagert (Braten, Bier, Betthupferl). Wenn’s so weitergeht, verlier ich eher das Gleich- als das Übergewicht.

Peter hat mir in Facebook notiert, dass er fürs Abnehmen keine Notwendigkeit sehe. Er hat 138 Kilo und seine Frau liebe jedes Gramm. Schreibt er. Eine Cousine von mir hat das auch immer behauptet und bei der Scheidung jedes Gramm des Gatten mit Gold aufgewogen. Meine Frau hat auf jeden Fall nichts gegen etwas weniger Kuschelfläche.

Gute Ratschläge sind mir eigentlich immer willkommen. Wenn mein Chef aber glaubt, dass mein Heim-Radel falsch eingestellt ist – er hat das Bild analysiert – darf ich den Sportwissenschaftler vielleicht mal dran erinnern, dass er bis vor kurzem noch die Any-Key-Taste auf der Tastatur gesucht hat („Press any Key“). Fasten-Ratschläge von Kollegen, die am Teich aus Mitleid von den Enten gefüttert werden, sind so glaubhaft nicht.

Was mir inzwischen richtig schwer fällt, ist der gestrichene Rotwein. Oder das kalte Weizenbier. Nein, ich habe keine Zitteranfälle und meine Blutproben haben sich auch nie verflüchtigt, bevor sie untersucht werden konnten. Aber die Lust. Die LUST. Meine Frau holt mich wieder runter und grinst: „Denk dran: „Wie das Jever, so der Bauch.“

Auf jeden Fall setzte ich diese Woche erst ’mal die Quark-Kur fort, aus Mangel an Alternativen.

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