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Eine junge Frau schiebt eine Frau in einem Rollstuhl am Landwehrkanal entlang.

Behinderte Frauen von doppelter Diskriminierung betroffen

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat an die künftige hessische Landesregierung appelliert, sich weiter für eine gute Unterstützung von Frauen mit Behinderung stark zu machen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat an die künftige hessische Landesregierung appelliert, sich weiter für eine gute Unterstützung von Frauen mit Behinderung stark zu machen. Diese gesellschaftliche Gruppe sei von einer doppelten Diskriminierung betroffen, sagte Vorstandsmitglied Brigitte Ott am Freitag in Wiesbaden. Als zentrale Anlaufstelle diene das „Hessische Koordinationsbüro für Frauen mit Behinderung”, das 2018 sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Behinderte Frauen erlebten häufiger Gewalt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt, sagte die Leiterin des Büros, Rita Schroll und berief sich unter anderem auf aktuelle Studienergebnisse. „Sie fühlen sich eher hilflos, haben oft nicht gelernt, „Nein” zu sagen.” Das Koordinationsbüro fordert daher mehr Kurse für Frauen mit Behinderung, in denen für verschiedene Lebensbereiche geübt wird, wie man seine Interessen durchsetzt.

Das Büro steht rund 300 000 Betroffenen und ihren Angehörigen in Hessen zur Seite. Das Land fördert die Arbeit mit 70 000 Euro im Jahr. „Es gibt kaum ein Thema, das in der Beratung noch nicht vorkam”, berichtet Schroll. Das reicht von der Frage nach einer Frauenarztpraxis, die auch für Rollstuhlfahrerinnen erreichbar ist, bis hin zu der Sorge, die behinderte Tochter nicht mehr zuhause versorgen zu können.

(dpa)

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