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Bergwiesen-Projekt ausgezeichnet: Hotspot der Artenvielfalt

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Wildblumenwiese
Blick auf blühende Wildblumen. © Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-tmn/Symbolbild

Blumen und Gräser, Schmetterlinge und Bodenbrüter - die Bergwiesen der Rhön sind ein artenreicher Mikrokosmos. Für die Verdienste um die Bewahrung dieses wichtigen Lebensraumes hat das Projekt „Rhöner Bergwiesen“ jetzt eine bundesweit bedeutsame Auszeichnung erhalten.

Hilders - Das Projekt „Rhöner Bergwiesen“ ist als eines von bundesweit drei Projekten für seinen Beitrag zum Erhalt von Ökosystemen und biologischer Vielfalt ausgezeichnet worden. Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Sabine Riewenherm, übergab am Mittwoch eine entsprechende Urkunde an Projektleiter Elmar Herget von der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön, unter deren Dach das Projekt angesiedelt ist. „Das Projekt "Rhöner Bergwiesen" setzt sich mit großem Engagement für die Wiederherstellung eines für Artenvielfalt und Klimaschutz sehr wichtigen Lebensraumes ein. Diesen Einsatz würdigen wir mit der Auszeichnung im Rahmen der UN-Dekade“, erklärte Riewenherm.

Das von der EU, dem Land Hessen und dem Landkreis Fulda geförderte Projekt war um zwei auf acht Jahre verlängert worden und läuft nunmehr bis 2024. „Die Rhön ist einer von nun 30 ausgezeichneten Hotspots der biologischen Vielfalt in ganz Deutschland“, erklärte Umweltstaatssekretär Oliver Conz. Um die wichtige Arbeit weiter zu unterstützen, habe das Land Hessen sein Budget für die Verlängerung des Projekts erhöht auf insgesamt 3,3 Millionen Euro.

Seit 2016 widmen sich die Initiatoren des Projekts dem Schutz und Erhalt der bedrohten Rhöner Bergwiesen. In Zusammenarbeit mit Landwirtinnen und Landwirten aus der Region werden dabei Maßnahmen ergriffen, um selten gewordene Lebensräume etwa für Vogelarten wie Bekassine und Wachtelkönig und Pflanzen wie Arnika und Trollblume zu erhalten. Dafür muss diese Kulturlandschaft gehegt und gepflegt werden, damit sich beispielsweise auf nicht mehr beweideten Wiesen nicht Büsche breit machen, die andere Arten verdrängen.

Schlüssel zum Erfolg sei eine schonende landwirtschaftliche Nutzung, beispielsweise durch eine naturschutzgemäße Wahl der Mahd-Termine, eine schonende Beweidung, den Verzicht auf Düngung und Pestizide sowie den Einsatz schonender Mähgeräte, erläuterte eine Sprecherin des Biosphärenreservates Rhön. Regelmäßig kommen zudem Freiwillige aus dem gesamten Bundesgebiet in der Rhön zusammen, um bei der Pflege dieser besonders artenreichen Wiesen, aber auch anderer besonderer Lebensräume der Rhön zu helfen, beispielsweise bei der Erhaltung der Moore.

Die Vereinten Nationen hatten den Zeitraum 2021 bis 2030 zur UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen erklärt. In diesem Zusammenhang war ein bundesweiter Projektwettbewerb ausgeschrieben, bei dem insgesamt 52 Projekte ins Rennen gegangen waren. dpa

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