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Betrugsprozess um Kanalreinigung wegen Corona geplatzt

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Justitia
Eine Figur der blinden Justitia. © Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Eine Reihe von Krankheits- und Corona-Fällen hat zum vorzeitigen Ende eines Betrugsprozesses am Landgericht Gießen geführt. Das Verfahren um eine Kanalreinigungsfirma sei ausgesetzt worden, da die Verhandlung nicht innerhalb der zulässigen Unterbrechungsfristen fortgesetzt werden könne, teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag mit. Der Prozess hatte im August begonnen, die Firma aus dem Kreis Gießen soll im großen Stil Kunden getäuscht haben.

Gießen - Angeklagt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetruges sind drei Männer und eine Frau als Verantwortliche des Betriebes.

Dem Sprecher zufolge war der Prozess zunächst im November unterbrochen worden, weil sich mehrere Angeklagte mit dem Coronavirus infiziert hatten. Am nächsten Sitzungstermin Anfang Januar dann sei die Vorsitzende Richterin wegen eines Unfalls verhindert gewesen und zeitgleich ein beisitzender Richter krank geworden, so dass auch an diesem Tag nicht habe verhandelt werden konnte.

Die Staatsanwaltschaft geht in dem Fall von 45, teils im Versuch stecken gebliebenen Taten aus. Dabei sollen bundesweit zwischen Sommer 2014 und Herbst 2016 Leistungen nicht oder nicht vollständig erbracht, aber abgerechnet worden sein. Laut Anklage wurde den meist betagten Kunden zudem die Notwendigkeit von - tatsächlich unnötigen - Arbeiten vorgegaukelt. Den Gesamtschaden schätzten die Ermittler auf knapp 40 000 Euro. Der Prozess muss nun neu aufgerollt werden. dpa

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