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Börsenverein appelliert: Schützt türkische Exilautoren

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Frankfurter Buchmesse
Direktor Juergen Boos spricht während einer Pressekonferenz auf der Frankfurter Buchmesse. © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Frankfurter Buchmesse haben Schweden und Finnland am Donnerstag zum Schutz türkischer Exilautoren und -Verleger aufgerufen. Hintergrund ist die Forderung Ankaras nach Auslieferung von im Exil lebenden Türkinnen und Türken, die in ihrem Heimatland als „terrorverdächtig“ eingestuft sind. Schweden und Finnland bemühen sich um einen Beitritt zur Nato, dem auch das Bündnismitglied Türkei zustimmen muss.

Frankfurt/Main - Sie gilt dabei als Unsicherheitsfaktor.

„Weder Ragıp Zarakolu noch andere im Exil lebende türkische Verleger, Autorinnen und Autoren und Intellektuelle dürfen dem türkischen Regime übergeben werden, um einen Nato-Eintritt zu beschleunigen“, betonte Peter Kraus vom Cleff, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. „Ein solcher Handel ist rechtlich und humanitär unverantwortlich.“

„Wer sich wie Ragıp Zarakolu für die Freiheit der Meinungsäußerung einsetzt, ermöglicht eine demokratische, pluralistische Gesellschaft und verdient besonderen Schutz“, sagte Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse. „Deswegen erwarten wir von Schweden und Finnland, dass sie sich nicht zum Handlanger machen.“

Zarakolu ist Verleger, Übersetzer, Menschenrechtsaktivist und ehemaliger Vorsitzender des Komitees für Publikationsfreiheit des Internationalen Verlegerverbands. Er veröffentlichte nach Angaben des Börsenvereins zahlreiche Bücher zu Minderheits- und Menschenrechten und setzt sich seit über 30 Jahren für das Recht auf freie Meinungsäußerung in der Türkei ein. Seit 2012 lebt er im schwedischen Exil. dpa

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