Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier
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Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident des Landes Hessen, schaut in die Kamera.

Bouffier: Im Frühjahr Entscheidung über CDU-Landesvorsitz

Werden in Zukunft die Ämter des Ministerpräsidenten und des CDU-Landesvorsitzenden in Hessen auf zwei Schultern verteilt? Der amtierende Partei- und Regierungschef Volker Bouffier schließt dieses Modell nicht aus.

Wiesbaden - Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier will im Frühjahr entscheiden, ob er für zwei weitere Jahre für das Amt des CDU-Landesvorsitzenden antreten wird. Nach der verlorenen Bundestagswahl würden auch innerhalb der hessischen CDU kritische Diskussionen über den künftigen Kurs der Partei geführt, sagte Bouffier der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. „Das ist immer untrennbar mit Personen verbunden. Das hat man ja auch bei der Bundestagswahl gesehen. Insofern beschäftigt uns das natürlich auch.“

In der hessischen CDU gebe es keine Tradition, dass das Amt Ministerpräsidenten und des CDU-Landesvorsitzenden nicht in einer Hand ist. Man könne aber auch zu dem Ergebnis kommen, dass zwei Persönlichkeiten an der Spitze eine größere Macht entfalten, erklärte Bouffier. „Der Eine kümmert sich mehr um die Partei, der Andere mehr um die Regierung.“

„Wenn es zwei Personen sind, ist es aber zwingend, dass diese auf das Engste harmonieren und sich auch sehr frühzeitig immer verständigen“, betonte der langjährige Partei- und Regierungschef. „Wenn das gelingt, kann das sehr erfolgreich sein.“ Bekleide beide Ämter eine Persönlichkeit, gebe es weniger Reibungen. „Das ist beides denkbar.“ Keine gute Lösung sei dagegen, die Ämter auf zwei Personen zu verteilen, weil man sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen kann.

Die hessische CDU will Anfang Juli auf einem Parteitag über den Parteivorsitzenden entscheiden. „Dann muss klar sein, wie es weiter geht“, betonte Bouffier, der seit dem Jahr 2010 CDU-Landeschef und hessischer Ministerpräsident ist.

Man sei bei der Aufstellung für die Zukunft im Vergleich mit anderen Bundesländern im Vorteil, weil die nächste Landtagswahl erst im Herbst 2023 ist, erklärte Bouffier. „Zwei Jahre sind in der Politik eine Ewigkeit.“ Bei seinen CDU-Kollegen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und dem Saarland mit Landtagswahlen bereits im nächsten Jahr sei die Lage nach der verlorenen Bundestagswahl dagegen völlig anders. dpa

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