Bundestagswahl: Pandemie-Wahlkampf mit Auswirkungen

Rund 4,3 Millionen Hessinnen und Hessen sind aufgerufen, den neuen Bundestag zu wählen. Während die Wahllokale um 8.00 Uhr am 26. September öffnen, sind die ersten Stimmen längst abgegeben - per Briefwahl ist dies seit Mitte August möglich. Wie schon vor der Kommunalwahl im März wird wegen der Corona-Pandemie mit einem hohen Anteil an Briefwählern gerechnet.

Wiesbaden - In den Wahllokalen gelten die übliche Maskenpflicht und Abstandsregeln. Wähler erhalten desinfizierte Stifte, wenn sie keinen eigenen dabei haben. Je nach Inzidenz sollen weitere Maßnahmen getroffen werden.

Die Pandemie macht das Wählen nicht nur umständlicher, sie könnte auch das Wahlergebnis beeinflussen, wie die Gießener Politik-Professorin Dorothée de Nève erklärt. Sie befürchtet Wettbewerbsnachteile insbesondere für kleine Parteien, die nicht über die notwendigen materiellen und personellen Ressourcen für den nun aufwendigeren Wahlkampf verfügen. Insbesondere die direkte Ansprache von Wählerinnen und Wählern im Straßenwahlkampf und bei Haustürbesuchen sei derzeit problematisch. Kampagnen über soziale Medien seien kostenintensiv.

Viele Stimmen per Briefwahl bedeuteten zudem eine frühere Stimmabgabe - was Unsicherheiten für die Regie der Wahlkampagnen bedeute. Dass das Thema Corona in den Debatten bislang kaum eine Rolle spiele, finde sie überraschend, erklärt die Professorin. Angesichts steigender Inzidenzen könne es noch in den Mittelpunkt rücken. dpa

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