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Chemie-Tarifgespräche gehen weiter: Arbeitgeber warnen

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Zum Auftakt der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die deutsche Chemie- und Pharmabranche haben die Arbeitgeber erneut vor Belastungen wegen des Ukraine-Kriegs gewarnt. „Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges für unsere Branche sind dramatisch“, sagte Verhandlungsführer Hans Oberschulte zu den Gesprächen in Wiesbaden. „Die Kosten für Energie und Rohstoffe explodieren, steigende Preise können nicht weitergegeben werden und über allem schwebt das Damoklesschwert eines Importstopps für russisches Gas.“

Wiesbaden - In dieser Situation Tarifverhandlungen für 1900 Betriebe mit 580.000 Beschäftigten zu führen, sei ein Drahtseilakt.

Bei den Tarifgesprächen am Montag und Dienstag geht es um den ersten großen Flächentarifabschluss des Jahres. Bei den Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft IG BCE und dem Arbeitgeberverband BAVC könnte es wegen der hohen Inflation und des Ukraine-Kriegs zunächst nur einen Teilabschluss geben mit ersten Lohnsteigerungen oder Einmalzahlungen. Im Herbst könnten dann Änderungen möglich sein.

„Die Chemieindustrie befindet sich in einer Phase maximaler Unsicherheit“, sagte Ralf Sikorski, stellvertretender Vorsitzender der IG BCE. „Das wissen wir - und das haben wir mit unserem Vorschlag, eine Brücke über dieses Tal zu bauen, bereits aufgegriffen.“ Nun sollten die Arbeitgeber Verantwortung übernehmen.

Die IG BCE hatte zunächst Lohnsteigerungen oberhalb der Inflation gefordert sowie eine Erhöhung der Zuschläge für Nachtschichten auf 25 Prozent. Bei der Forderung war die Teuerung aber noch niedriger, bevor die Verbraucherpreise mit dem Ukraine-Krieg nochmals angeheizt wurden. Im März lag die Inflationsrate in Deutschland bei 7,3 Prozent.

Teures Öl und Gas sowie Sorgen vor allem vor einem Stopp russischer Gaslieferungen treiben die energieintensive Chemie- und Pharmabranche besonders um. Die Arbeitgeber warnten daher vor einer verzerrten Inflationsrate, die keine Grundlage für dauerhafte Entgelt-Erhöhungen sein könne. Die IG BCE hatte dagegen auf gute Geschäfte der Chemie- und Pharmafirmen im vergangenen Jahr verwiesen. dpa

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